Junior Uni Wuppertal öffnet Türen zur Forscher-Welt

Neues Programm : Junior Uni öffnet Türen zur Forscher-Welt

Herbstprogramm wartet mit mehr als 200 Kursen auf. 40 davon sind neu entwickelt worden.

Ideen gehen der Junior Uni nicht so schnell aus: Alleine 40 neue Kurse hat das Führungsteam ins Herbstprogramm aufgenommen. Dazu kommen 176 bewährte Kurse für Kinder und Jugendliche zwischen vier und 20 Jahren. Wer bei der Anmeldung am 8. September auf der Warteliste landet, braucht nicht zu verzweifeln: „Wir legen bei Bedarf noch Kurse nach“, beruhigt Geschäftsführerin Ariane Staab. Rund 20 bis 30 Kurse würden jedes Mal am Ende des Semesters angehängt, um möglichst viele Wünsche zu erfüllen.

Zwei neue Mitarbeiter ergänzen jetzt das Team aus 15 hauptamtlichen Organisatoren. Beide geben auch eigene neue Kurse. Stefan Hellhake hat an der Wuppertaler Universität Lebensmittelchemie studiert und promoviert gerade über Massenspektrometrie. Er koordiniert seit Februar alle Kurse rund um Naturwissenschaften, Technik und IT. In seinem Kurs „Bausteine des Essens“ erforscht er mit den Kleinsten, welche Grundstoffe in Lebensmitteln sind und warum beispielsweise ein Kartoffelchip lodernd brennt, eine getrocknete Kartoffelscheibe jedoch nur glimmt. „Lebensmittel stellen einen einfachen Weg dar, Kindern chemische Phänomene näherzubringen“, findet Hellhake.

Sarah Mertens, promovierte Bildungswissenschaftlerin, koordiniert seit März den Fachbereich Geisteswissenschaften, Kunst und Kultur. Gleichzeitig kümmert sie sich auch um die Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität und den Schulen. Diese wurde in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut: Viele Studierende der Universität geben Kurse zum Thema ihrer Bachelor- oder Masterarbeit oder probieren neu entwickelte Lehrmethoden im kleinen Rahmen der Junior Uni aus. Sarah Mertens bietet im Herbst den Kurs „Klimadetektive“ an, bei dem die Kinder sich aktiv mit dem Klimawandel beschäftigen und auch ein klimaneutrales Essen zubereiten.

Ziel der Junior Uni ist es, ein möglichst breites Themenspektrum anzubieten, um Kinder auch für Gebiete zu begeistern, die sie vorher nicht kannten. „Oft entstehen Kurse, weil Dozenten zu uns kommen, die für ein Thema brennen“, erklärt Ariane Staab. Wie die Eltern von Junior Uni-Studenten, die während ihrer Wartezeiten im Foyer den Plan für „Bühnenkampf und Theaterfechten“ entwickelten (ab 14 Jahre).

Nur ganz selten und nur bei den schulisch stark eingespannten Über-14-Jährigen passiere es, dass ein Kurs nicht ankommt. Die meisten Kurse seien jedoch in kürzester Zeit ausgebucht, erzählt das Führungsteam. Neu sind auch die Kurse „Reiseziel Mond“, der sich mit der Geschichte der Raumfahrt beschäftigt (ab 14 Jahre), „Geschichte erleben“ auf den Spuren von Friedrich Engels (ab elf Jahre), „Die Stadt der Zukunft“, in der Jugendliche Mobilitätskonzepte entwickeln, und die Flitzkids (ab vier Jahre), die in Kooperation mit der Bergischen Krankenkasse gesunde Verhaltensweisen trainieren.

Schon am Samstag beginnen die Forschungstreffen für die verschiedenen Wettbewerbe. So bietet die Junior Uni eine Vorbereitung für „Jugend forscht“, „Schüler experimentiert“ und den englischsprachigen Physik-Wettbewerb GYPT an. Bei der First Lego League rund um Lego-Roboter richtet die Junior Uni den Regionalwettbewerb aus, wenn sich genügend Schulen anmelden. So finden Kinder und Jugendliche verschiedenster Herkunft in der Junior Uni Inspiration und stärken ihre Entdeckungsfreude.

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