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Junior-Uni setzt auf freiwillige Zuzahlung

Junior-Uni setzt auf freiwillige Zuzahlung

Wohlhabende Studenten und ihre Eltern sollen Uni für Kinder unterstützen

Wuppertal. Am 20. Februar startet das 18. Semester der Junior-Uni mit einigen Neuerungen. Die wichtigste ist wohl die Bitte an die Teilnehmer, freiwillig mehr als den Kursbeitrag zu zahlen. „Unsere Kursgebühren sind bewusst niedrig gehalten, um allen interessierten Menschen ohne Rücksicht auf die finanziellen Verhältnisse ihrer Familien den Zugang zur Junior-Uni zu ermöglichen“, sagt Dr. Ina Krumsiek, Geschäftsführerin der Junior-Uni. Mit der Aktion „Ich zahle mehr!“ wolle man das Bewusstsein dafür schärfen, dass Geld gebraucht wird, um Kurse anbieten zu können. Freiwillige Spenden würden die Existenz der Junior Uni sichern. „Pro Jahr müssen wir 1,3 Millionen für die Gehälter der Angestellten und Dozenten sowie die Betriebskosten aufwenden“, so Krumsiek.

Zum Semesterstart bieten die Junior-Uni 196 Kurse an, im Laufe des Semesters legt sie weitere 150 bis 200 Kurse nach. Neben bewährten Inhalten werden in 20 neuen Kursen spannende Themen für die Studenten im Alter von vier bis 20 Jahren aufbereitet. Ein neuer Kurs für die jüngste Altersstufe beschäftigt sich zum Beispiel damit, Gefühle in Gesichtern zu lesen. Im Kurs „Warm - wärmer - am wärmsten“ experimentieren die Studenten zwischen vier und sechs Jahren mit einen Kochtopf aus Papier und stellen selbst ein Thermometer her.

In dem Kurs „Neandertaler & Co - ein Leben in der Steinzeit“ begleiten die Studenten im Alter von sieben bis zehn Jahren einen Steinzeit-Jungen durch seinen Alltag und erforschen zum Beispiel, was es zu essen gab und womit er gespielt hat. Die elf bis 14-jährigen können lernen, einen LED-Würfel selbst zu programmieren und die ältesten Studentengruppe darf in dem Kurs „Virtuelle Realitäten - selbst konstruieren und mit der VR-Brille erleben“ modernste Technik nutzen, sagt die wissenschaftliche Fachkoordinatorin und Dozentin Annika Schächt. In dem neuen Kurs „Motivation und Antrieb - die Motoren unseres Handelns“ kann die ältere Zielgruppe ausloten: Was will ich beruflich machen?

Mit der Forscher AG startet die Junior-Uni ein weiteres Projekt, um junge Menschen an einen Beruf heranzuführen. „Die Forscher AG startet in Kooperation mit zwei Schulen aus Wülfrath und Solingen“, erklärt Annika Schächt. In der Forscher AG lernen Schüler der 8. und 9. Klasse das Handwerkszeug zum Forschen kennen. Dabei erfahren sie unter anderem, was ein Wissenschaftler genau macht, wie man Experimente plant und diese dokumentiert.