Junge Zuhörer in Mozarts Bann

Junge Zuhörer in Mozarts Bann

Wie wird komponiert? Das erklären die Sinfoniker beim Schulkonzert.

Wuppertal. Komponieren funktioniert wie Lego. So erklärt es jedenfalls Moderator Christian Schruff im 3. Schulkonzert des Sinfonieorchesters im Mendelssohn-Saal der Stadthalle. Zusammensetzen heiße das Wort, „wie in einem Baukasten“. Die Grundbausteine dafür seien der erste, dritte und fünfte Ton — der Dreiklang.

Wie das zusammenklingt, machen die Sinfoniker vor. Und genau diese drei Töne hat Mozart auch in seiner ersten Sinfonie verwendet, die er im Alter von acht Jahren in London schrieb. „Mit Mozart zum Jupiter“ lautet der Titel dieses Konzertes, in dem Schruff nicht nur die Grundprinzipien einer Sinfonie andeutet, sondern auch Mozarts Entwicklung von einfacher Harmonik und überbordenden Motiven in seinem Debüt-Stück zur großen klassischen und ausgereiften Form in seiner bekannten Jupiter-Sinfonie erklärt.

„Die Sinfonie ist größer geworden, genau wie Mozart, und die Melodien länger.“ Das fordert Konzentration und Durchhaltevermögen von den Kindern. Einige beginnen zu zappeln, doch eine ganze Reihe folgt aufmerksam der Musik. Sogar die Regel, dass zwischen den einzelnen Sätzen einer Sinfonie nicht geklatscht wird, versucht Schruff den Kindern nahe zu bringen; doch das fällt ihnen zu schwer, diese letzte Möglichkeit zur Bewegung auszulassen.

Zupackend spielt das Sinfonieorchester unter dem Dirigat von Florian Frannek die beiden Sinfonien, mit großen Bögen und viel Klang. Immer wieder versuchen die Kinder, die prägnanten vier Töne zu entdecken, die Mozart in beiden Sinfonien verwendet hat. „Amadeus“ singen sie dazu. Und sie tanzen Menuett — allerdings in einer vereinfachten Form, bei der sie vom linken auf den rechten Fuß schwanken und den anderen auf den Boden tippen. Warum die Menschen Mozarts Sinfonie wohl nach dem großen Römer-Gott benannt haben, wird allerdings wohl nie zur Gänze aufgeklärt werden. Die Kinder jedenfalls sind beeindruckt, dass Mozart schon in ihrem Alter so viele Töne auf einmal geschrieben hat, die auch noch so toll klingen.

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