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Jugendrat: Nur 3,6 Prozent wählen mit

Jugendrat: Nur 3,6 Prozent wählen mit

Online-Wahl zog junge Leute nicht zur Abstimmung.

Wuppertal. „Wählen, ja-sagen, rocken“ — mit Slogans wie diesen warben die 43 Kandidaten des Wuppertaler Jugendrats dieses Jahr um potentielle Wähler. Mehr Mitspracherecht und Teilhabe an politischen Entscheidungen sowie eine verbesserte Lebensqualität für Kinder und Jugendliche — das sind die Ziele des Wuppertaler Jugendrats. Dafür setzen sich seit Freitag 30 neue Jugendräte und ihre Stellvertreter ein. Sie wurden in der vergangenen Woche für zwei Jahre gewählt und am Freitagabend im Haus der Jugend Barmen mit einer Wahlparty in ihr neues Amt eingesetzt.

Um die Wahl für Wuppertals Jugendliche attraktiver zu machen, gab es nicht nur im Vorfeld eine aufsehenerregende Plakat- und Postkarten-Kampagne — erstmals fand die diesjährige Wahl als reine Onlinewahl statt. Per Computer oder Smartphone konnten die Wahlberechtigten zwischen dem 25. und dem 28. Februar ihre Stimme abgeben. Zuvor war an jeden der etwa 17 000 Wahlberechtigten eine Karte mit einem Zugangscode geschickt worden.

Und doch: Von ihrem Wahlrecht haben nur etwa 3,6 Prozent der Jugendlichen Gebrauch gemacht. Zum Vergleich: Bei der Wahl 2010, als noch an den Schulen abgestimmt wurde, haben sich 22,4 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt. „Es ist ein neuer Schritt, online zu wählen“, räumte dann auch Sigrid Möllmer vom Fachbereich Jugend und Freizeit der Stadtverwaltung ein. Man habe mit einer größeren Beteiligung gerechnet. „Wir müssen alle noch üben, mit den neuen technischen Möglichkeiten umzugehen“, so Möllmer.

Cihan Kojuncu (15) hingegen, neu gewähltes Jugendrats-Mitglied, denkt, dass es ein Fehler gewesen sei, den Wahlzettel per Post zu schicken. Die Jugendlichen seien zu wenig informiert. „Die Lehrer müssen mehr über die Wahl informieren“, so sein Urteil.

Die 15-jährige Christina Walbrecht wiederum wünscht sich mehr Öffentlichkeitsarbeit, denn sie habe vor ihrer Kandidatur wenig über die Aufgaben des Jugendrats gewusst. Trotz der geringen Wahlbeteiligung sei sie aber sehr glücklich mit ihrem neuen Amt: „Ich freue mich auf die Arbeit.“