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Jugendknast – es bleiben viele Fragen offen

Jugendknast – es bleiben viele Fragen offen

JVA: Bürger wollen wissen, ob der Bau fest steht – und bekommen vage Antworten.

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p class="text"><strong>Wuppertal. Viel Prominenz - aber nur wenig konkrete Antworten: Während der Anhörung in der Erich-Fried-Gesamtschule in Ronsdorf äußerten die Anwohner der Südhöhen ihre Zweifel gegenüber den Aussagen der Politiker. Sie wollten klare Antworten in Bezug auf den geplanten Bau der Jugendstrafvollzugsanstalt (JVA), doch die gab es nicht. Nach Aussage des Oberbürgermeisters noch nicht: "Es wurde deutlich, in welch frühem Stadium wir uns gerade erst befinden. Dennoch wollen wir die Bürger von Beginn an einbeziehen", sagte Peter Jung.

Immer wieder wurden er, NRW-Justizministerin Ros-witha Müller-Piepenkötter und Martin Brans vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb (der BLB wird Bauherr sein) mit zwei Fragen konfrontiert: "Steht fest, dass gebaut wird?" und "Wurden alternative Standorte überhaupt ins Auge gefasst?" Auf beide Fragen lautete die Antwort "Nein!"

Doch deutlich wurde das vom Podium aus nur in Bezug auf die erste Frage gesagt - und gleichzeitig konterkariert. Jung machte klar, dass sich die Planungen zum einen in einem so frühen Stadium befänden, dass noch nichts beschlossen sei: "Wir könnten noch Daten bekommen, die unsere Meinung ändern könnten." Er meinte die Umwelt- und Verkehrs-Gutachten, die aber erst nach dem 11. Juni vorliegen werden.

Zudem werde so sicher gestellt, dass die Bereitschaftspolizei in Wuppertal bleibt. Klar wurde: Ohne JVA keine Bereitschaftspolizei, denn dass diese in der jetzigen Form nicht zu halten sei, stehe bereits seit anderthalb Jahren fest, betonte Polizeipräsident Joachim Werries.

Und auch das Land ist auf die 500 neuen Plätze des geschlossenen Vollzugs angewiesen. "Wir brauchen sie nicht in zehn Jahren, sondern so bald wie möglich", sagte die Justizministerin.

"Für mich ist die Sache klar: Es wird gebaut werden. Wir als Bürger können und sollten die Chance nutzen und uns aktiv beteiligen", sagte Uwe Heidermann. Die Ronsdorfer wollen den Politikern weiter auf die Finger schauen.