Jobkongress: Werben um Ingenieure

Jobkongress: Werben um Ingenieure

Die Arbeitsagentur und die Bergische Entwicklungsagentur haben 42 Unternehmen und 750 Arbeitssuchende zusammengebracht.

Wuppertal. Schon am Eingang stehen erste Mitarbeiter parat, um sofort die Interessenten an ihren Stand zu ziehen. Wobei die Stoßrichtung klar ist: Gekämpft wird vor allem um Ingenieure und IT-Fachleute. Damit die auch kleine und mittelständische Firmen kennenlernen, präsentieren sich in der Stadthalle 42 Unternehmen aus Wuppertal und dem Bergischen Städtedreieck.

Arbeitsagentur und Bergische Entwicklungsagentur haben den Jobkongress zum 17. Mal organisiert. „Die Region muss gemeinsam werbend auftreten, um die Hochschulabsolventen zu halten“, sagt Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Entwicklungsagentur. Damit neben Arbeitssuchenden auch genügend Studenten den Weg finden, wurden einige Vorlesungen in die Stadthalle verlegt.

Roman Bensch hat seinen Traumjob im vergangenen Jahr beim Jobkongress gefunden und arbeitet nun als Prozessingenieur beim Automobilzulieferer Helbako in Heiligenhaus. Er lobt die ungezwungene Atmosphäre der Veranstaltung: „Man hat ein lockeres Gespräch und geht dann mit einem viel besseren Gefühl an die Bewerbung heran“, lautet seine Erfahrung: „Drei Wochen später habe ich meinen Arbeitsvertrag unterschrieben.“

Der Wuppertaler Engineering-Dienstleister Ferchau sucht Techniker und Ingenieure. „Wir hatten heute schon einige vielversprechende Kandidaten hier“, freut sich Senior Account Manager Karsten Klinkau. Während im vergangenen Jahr viele Kaufleute auf dem Jobkongress waren, passe das Klientel diesmal eher zu den freien Stellen. Dabei sucht Ferchau neben Studenten durchaus auch erfahrene Einsteiger. „Wir sind für alle offen“, betont Klinkau.

Tatsächlich sieht man neben vielen herausgeputzten Studenten auch einige ältere Menschen, die konzentriert die Stellenanzeigen studieren und Gespräche mit den Firmen aufnehmen. „Wir werden hier gut aufgenommen“, ist sich eine Gruppe erfahrener Techniker einig.

„Die Studierenden haben erst einmal die großen Unternehmen im Blick — dabei sind in kleinen die Arbeitsbereiche vielfältiger“, sagt Andrea Bauhus von der Bergischen Universität. Und obwohl überall Ingenieure gesucht werden, haben auch Geisteswissenschaftler gute Chancen. „Akademiker sind immer seltener arbeitslos, die Zahl der akademischen Beschäftigten steigt“, betont Martin Klebe, Geschäftsführer der Arbeitsagentur. Allerdings gebe es für Anfänger hauptsächlich befristete Verträge und Projektarbeit — nur die umworbenen IT-Kräfte werden sofort mit unbefristeten Stellen geködert.

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