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Job-Kongress: Nicht jeder hat gute Chancen

Job-Kongress: Nicht jeder hat gute Chancen

Stellenbörse von Bergischer Uni und Arbeitsagentur bietet viel für Ingenieure. Ältere und Geisteswissenschaftler suchten oft vergebens.

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p class="text"><strong>Wuppertal. "Nie waren die Chancen für Akademiker so gut wie heute." Katja Heck, Chefin der Wuppertaler Bundesagentur für Arbeit, hatte einige Superlative im Gepäck, als sie den 10. Job-Kongress von Arbeitsagentur und Bergischer Universität in der Stadthalle eröffnete. Die Zahlen gaben ihr auf den ersten Blick recht: 30 Unternehmen kamen mit 500 offenen Stellen, 200 davon ( 60Prozent mehr als im Vorjahr) sind allein im Agenturbezirk Wuppertal für Uni-Absolventen zu haben. Doch auf den zweiten Blick zeigte sich: Nicht alle Akademiker profitieren vom Aufschwung. Denn auch auf dem Job-Kongress präsentierte sich der Arbeitsmarkt für Hochschulabsolventen als Zweiklassengesellschaft. Gut dran sind derzeit junge, gut ausgebildete Ingenieure. "Wir haben weltweit 300 offene Stellen", sagte Manuela Kuhne vom Wuppertaler Automobilzulieferer Brose. Vorausgesetzt seien allerdings gute Abschlüsse, hohe Motivation und internationale Mobilität der Bewerber.

Gute Ingenieure können sich ihre Stelle nahezu aussuchen

Wer das mitbringt, um den müssen sich derzeit eher die Firmen bemühen als umgekehrt - diese Erfahrung hat Dieter Degener gemacht, der für Vorwerk Ingenieure für die Entwicklungsabteilung sucht. "Wir bemühen uns, bereits Studenten durch Praktika an uns zu binden" - fertiger Nachwuchs sei rar. Ähnlich sehe es bei Wirtschaftswissenschaftlern aus, ergänzt Katja Heck.

Denn auch Fachkräftemangel bedeutet keine Jobgarantie. Das weiß auch Jörg Botor vom Kölner Kunststoffhersteller igus. Zehn Stellen hat er zu besetzen. "Ich rechne damit, dass ich auch diesmal niemanden finde." Denn: "Es gibt viele Kräfte, aber wenige passen. Und die besten Absolventen haben es sowieso nicht mehr nötig, auf Jobbörsen zu gehen."