Islam-Karikaturen erlaubt: 1000 Polizisten im Einsatz
Durch Auflagen wollte die Polizei der Anti-Moschee-Demo von Pro NRW am Samstag die Schärfe nehmen. Jetzt steht der Elberfelder City ein Großeinsatz bevor.
Wuppertal. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung Deutschlands ist ein hohes und teures Gut. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf am Mittwoch einmal mehr deutlich gemacht: Wie berichtet, kassierte das Gericht mit Blick auf das Grundrecht der Versammlungsfreiheit (Artikel 8 des Grundgesetzes) eine Auflage, die die Wuppertaler Polizei der rechtspopulistischen Partei Pro NRW für die Demonstration am Samstag gemacht hatte.
Laut richterlichem Beschluss dürfen die Demonstranten ab 12 Uhr auf ihrem Zug über die Uellendahler Straße Mohammed-Karikaturen zeigen. Das provoziere Gewalt hatte die Polizei ihr Zeigeverbot begründet und unter anderem auf die Ausschreitungen im benachbarten Solingen verwiesen. Dort hatten Salafisten Polizisten angegriffen. 90 Ermittlungsverfahren sind mittlerweile anhängig.
Die Argumentation der Polizei überzeugte nicht. In der Urteilsbegründung fordert das Gericht mehr oder weniger deutlich zur Verstärkung der Polizeipräsenz am Demotag auf. Wörtlich heißt es: „Dass es der Polizei auch bei Mobilisierung aller verfügbaren Kräfte nicht möglich wäre, durch geeignete Maßnahmen (. . .) die Situation unter Kontrolle zu behalten und gewalttätige Ausschreitungen zu verhindern, ist (. . .) nicht substantiiert dargelegt worden und auch sonst nicht ersichtlich.“ Die Folge wird am Samstag in und um die Elberfelder City überall sichtbar sein. An die 1000 Polizisten werden den Demonstrationszug schützen, Straßen sperren, den Verkehr regeln. Wäre das Karikaturverbot durchgegangen, hätte man weniger Personal eingesetzt, heißt es seitens der Behörde.