Innenstadt von Wuppertal-Elberfeld bleibt auf Jahre hinaus Baustelle

Bauarbeiten : „Versuch und Irrtum geht hier nicht“

Umbau der City wird sich über Jahre hinziehen. Knackpunkt ist der Verkehr.

Mit dem Umbau des Döppersbergs zu einem modernen Verkehrsknotenpunkt hat die Stadt einen starken städtebaulichen Akzent gesetzt. Die Entwicklung der Elberfelder Stadtplätze ist ein Projekt von ähnlichen Dimensionen, was den planerischen Aufwand angeht. Im Zuge der Qualitätsoffensive Innenstadt Elberfeld sollen bis 2026 rund 40 Millionen Euro investiert werden. Hier eine Bestandsaufnahme.
Alte Freiheit/Poststraße: Fast 5000 Quadratmeter neues Pflaster hat die Stadt in den vergangenen Jahren in den Seitenstraßen der Elberfelder City verlegt. Nach Angaben von Dezernent Frank Meyer wurden dafür 1,5 Millionen Euro investiert. Ende des nächsten Jahres/Anfang 2021 soll es mit den Pflasterarbeiten im Bereich Alte Freiheit/Poststraße weitergehen.

„Dabei handelt es sich um die alte 1-A-Lage in Elberfeld. Wir wollen die Oberflächenstruktur in diesem Bereich verändern, um die optische Verbindung von der Geschäftsbrücke und dem Döppersberg bis zur Kreuzung Kerstenplatz herzustellen“, sagt Stadtplaner Mathis Valtin Günther. 3000 Quadratmeter neues Pflaster zu verlegen, erfordere planerischen Vorlauf und die Abstimmung mit anderen Bauvorhaben in der Fußgängerzone. „Niemand wird sich wünschen, dass wir zeitweise die gesamte City in eine Baustelle verwandeln“, so Günther.

Im Zuge der Qualitätsoffensive Innenstadt Elberfeld wurden die Stadtplätze und Quartiere als die Kernpunkte identifiziert. Im Fokus stehen der Kasinokreisel als Tor zum Luisenviertel, der Karlsplatz, Neumarkt und Wall, der Platz am Kolk sowie die Hofaue mit der Anbindung des geplanten Tanzzentrums.

Das Thema Verkehr eigne sich nicht, um nach dem Prinzip Versuch und Irrtum vorzugehen, warnt Günther und verweist auf die von der Stadt in Auftrag gegebene Mobilitätsuntersuchung für den gesamten Innenstadtbereich. Die soll Ende 2020 vorliegen und als Grundlage für die Gestaltung der Stadtplätze und ihrer Verkehrsbeziehungen dienen.

Von-der-Heydt-Platz: Die vorbereitenden Arbeiten (Wasser, Strom, Entwässerung) durch die Stadtwerke sind abgeschlossen. Diskussionen um die Bäume auf dem Platz sorgten für Verzögerungen. Die Ausschreibung liegt nun im Rathaus zur internen Abstimmung vor, für 2020 ist die Umsetzung der Pläne geplant.

Platz am Kolk: Bei der Gestaltung des Platzes spielen die Ergebnisse der Mobilitätsuntersuchung eine entscheidende Rolle. Aktuell wird der Platz als Parkplatz genutzt. „Der Platz am Kolk ist einer der wichtigsten Verteilerpunkte in Elberfeld“, sagt Günther und meint damit sowohl die Autos auf der Morianstraße als auch die Passantenströme aus der Hofaue und dem Kipdorf. Dort gelte es Freiräume zu schaffen. Es sei nicht damit getan, dass die Autos vom Platz verschwinden und Bäume gepflanzt würden. Bis zur Umsetzung ab 2021 seien aber bauliche Zwischenlösungen möglich.

Kasinokreisel: Der Bereich sei das Pendant zum Platz am Kolk. Hier sei die entscheidende Frage, wie mit dem Verkehr auf der Neumarktstraße umzugehen sei. Ein weiterer Punkt: Die Verbindung der Fläche am Kreisel mit der gegenüberliegenden in Richtung Laurentiusplatz.
Neumarkt/Wall: Auch bei der Neugestaltung dieses Bereichs denkt die Stadt in größeren Zeiträumen ab 2023. Um Busse, Autoverkehr und Fußgängerströme zu ordnen, müssten zunächst die planerischen Grundlagen durch die Mobilitätsuntersuchung geschaffen werden.

Fazit: Die Elberfelder Innenstadt wird über Jahre punktuell Baustellen aufweisen. Der Umbau erfolgt dosiert, denn denn das Leben in der City mit allen Festen und Weihnachtsmärkten soll weitergehen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Firmen sich im Bauboom ihre Aufträge aussuchen können und Projekte von der Förderung abhängen.

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