Initiativen fordern: Wuppertaler sollen sich einmischen

Initiativen fordern: Wuppertaler sollen sich einmischen

Wuppertal. Ihnen allen gemein war nicht nur der berechtigte Wunsch nach besserem Wetter. In der Tat war der 1. Tag der Bürgerinitiativen vor allem eines: verregnet. Dennoch verschafften sich die Vertreter von EnergiE zum Leben in W-Nord, Bürgerinitiative L 419, döpps105, Bündnis Unsere Stadtwerke Wuppertal, Aktionskreis die Wuppertaler sowie Wuppertaler Schauspielhaus Initiative mit Nachdruck Gehör auf dem Kirchplatz, um für ihr gemeinsames Ziel mobil zu machen: Das Interesse der Wuppertaler für ihre Stadt so weit zu wecken, dass sie sich in ihre Entwicklung einmischen.

Seit zehn Jahren zeichne sich die Stadtpolitik durch bürgerferne Entscheidungen aus. SPD und CDU stimmten wichtige Entscheidungen im Vorfeld ab, Ratsbeschlüsse generierten zur Formsache. Sinnvolle Alternativen anderer Parteien und Ideen von Bürgern würden als unrealistisch abgetan, kurzlebige Pläne regionsfremder, gewinnorientierter Investoren ohne Rücksicht auf das Stadtbild und sein charakteristisches Flair als wichtiger erachtet.

Ihre Kritik äußern die Initiativen-Vertreter über Mikrofon-Ansprachen und Flyer. In Gesprächen, zu denen sich an diesem Tag nicht allzu viele Passanten Zeit nahmen, wurde klar, dass nicht die Kritik im Vordergrund stand: Den Initiativen geht es um echtes Mitentscheiden und den Erhalt der Vielfalt in der Stadt. Ihre Urteile sind an reale Projekte geknüpft und zeigen Alternativen auf: etwa zum sechsspurigen Ausbau der L 419, zum Döppersberg-Umbau, zu der Erweiterung der City-Arkaden, zur ausbleibenden Sanierung des Schauspielhauses, zum Ikea-Bau am Autobahnkreuz Wuppertal-Nord.

Das Konzept der E-W-Nord etwa sieht laut Beate Petersen vor, den Ikea-Standort im Wuppertaler Osten anzusiedeln, im Umfeld von Möbelhaus Welteke und Bauhaus. „Wir könnten dort eine Möbel-Meile schaffen. Es gibt Bus- und S-Bahn-Anbindungen.“ Durch ihren öffentlichen Zusammenschluss wollen sie Mitstreiter finden, um als gemeinsame Front von der Politik gehört zu werden, wie Jürgen Wernecke von der Bürgerinitiative L 419 sagte. Frank Jäger von döpps105 ergänzte: „Bisher gab es diese Vernetzung nur unter Einzelnen. Jetzt kommen wir breiter zusammen.“ Und was passiert nach dem 1\. Tag der Bürgerinitiativen? Beate Petersen: „Dann legen wir richtig los für eine gemeinsame Stadtvision. Dieser Zick-Zack-Kurs, der politische Richtungswechsel alle vier Wahljahre, muss ein Ende haben.“