In Wuppertal werden zu wenige Wohnungen gebaut

Stadtentwicklung : In Wuppertal werden zu wenige Wohnungen gebaut

Nach Prognosen der Landesstatistiker müssten pro Jahr fast 700 Wohneinheiten entstehen. Zuletzt waren es 200 bis 500.

Wuppertal wächst seit einigen Jahren wieder. Das stärkt das Selbstbewusstsein der Stadt, aber die zusätzlichen Menschen brauchen auch Platz zum Wohnen. Das Land geht von einem Bedarf von 15 860 zusätzlichen Wohnungen bis 2040 aus.

Diese Prognose stellt erhöhte Anforderungen an die Stadt. Marc Walter, Abteilungsleiter im Bereich Bauen und Wohnen, erklärt: „Bisher hieß es, wir hätten einen Bedarf von 400 neuen Wohnungen im Jahr. Aber da ging man noch von einer Schrumpfung der Stadt aus. Jetzt brauchen wir 690 neue Wohnungen im Jahr.“ Diese Zahl wurde in den vergangenen Jahren bei weitem nicht erreicht: 2016 entstanden 466 Wohneinheiten (Häuser und Wohnungen), 2017 waren es 211 und 2018 insgesamt 396.

Zum steigenden Wohnraumbedarf trägt laut Marc Walter nicht nur das Bevölkerungswachstum bei. Sondern auch der wachsende Wohnanspruch: „Mitte der 90er Jahre wohnten wir auf durchschnittlich 35 Quadratmeter pro Person, heute sind es 45.“ Zudem lebten immer mehr Menschen allein – und jeder brauche Bad und Küche.

Einer der Gründe, warum es in Wuppertal schwieriger ist, schnell Wohnraum zu schaffen, ist die Topografie. Marc Walter vergleicht: „Am Niederrhein können Sie auf großen Flächen gleich ganze Stadtteile neu bauen.“ In Wuppertal gebe es eher viele kleine Projekte: „Kleinigkeiten. Aber Wuppertal lebt von Kleinigkeiten.“

Ein Beispiel dafür seien die geplanten 17 Einfamilienhäuser am August-Jung-Weg in Katernberg. Schon mehr Häuser, nämlich rund 50, sollen Am Bremkamp und Domänenweg in Vohwinkel entstehen. Die rund 75 Häuser, die an der Kirchhofstraße gebaut werden, sind da schon ein größeres Projekt.

Walter zählt weitere Vorhaben in der Stadt auf: An der Bayreuther Straße entstünden in einem ehemaligen Bürogebäude 48 Wohneinheiten, in der Luisenstraße werde eine Baulücke gefüllt mit 12 bis 15 Wohnungen. „Unser größtes städtebauliches Projekt ist der ehemalige Bahnhof Heubruch“, sagt Walter. Derzeit arbeite die Verwaltung am Planungsrecht. 300 Wohneinheiten sollen dort entstehen, teils zur Miete, teils als Eigentum und „urban“, das heißt vergleichsweise dicht gebaut. Ähnlich viel Potenzial habe das Gelände am Vohwinkeler Bahnhof: „Das ist eine Traumfläche, zentral und direkt am Bahnhof.“ Bisher werde der Besitzer jedoch nicht aktiv.

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal (GWG) verweist auf das Projekt Heidter Carré in Barmen, wo bis 2022 dreißig barrierearme Wohnungen geplant sind. Und der Eisenbahn-Bauverein Elberfeld (EBV) wird an Nathrather und Memeler Straße durch Abriss und Neubau sowie Um- und Ausbau in den kommenden fünf bis sechs Jahren 46 zusätzliche Wohneinheiten schaffen.

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