In Wuppertal sind jetzt Stadtführungen mit Doppeldeckerbus möglich

Sightseeing : Mit Doppeldeckerbus die Stadt entdecken

Die Stiftung Regionale Verkehrsgeschichte ergänzt ihr Angebot mit neuem Fahrzeug.

Bislang hat die Stiftung Regionale Verkehrsgeschichte (SRV) drei Oldtimer-Busse im Einsatz, mit denen sie zu ihren Stadtrundfahrten durch Wuppertal startet. Seit vergangenem Samstag kommt noch ein weiteres Fahrzeug hinzu, das allerdings deutlich aus der Reihe ragt: Es ist ein Doppeldecker, hat eine leuchtend rote Signalfarbe, kann dank einer Plane im Oberdeck zum „Cabrio“ gemacht werden und ist vor allem nigelnagelneu.

Der Doppeldeckerbus startete am Samstag zu einer ersten kurzen Tour und soll künftig im Auftrag des Stadtmarketings zu Stadttouren oder auch Ausflügen ins Umland - etwa zu Schloss Burg oder zur Müngstener Brücke - genutzt werden, sagte der SRV-Vorsitzende Detlef Kamp. Die historischen Busse seien für solche Ausflüge bislang zu „schwach motorisiert“, zudem die Bremsen nicht stark genug gewesen, erzählte er bei der Präsentation des neuen Busses an der Haltestelle Engelshaus. Überdies seien die Oldtimer wegen der Belastung durch Streusalz im Winter nicht eingesetzt worden.

Hier soll der neue Doppeldecker künftig zum Zuge kommen und eine Lücke schließen. Wie und in welchem Umfang das Fahrzeug eingesetzt wird, ist nach Angaben von Kamp momentan noch unklar: „Wir befinden uns derzeit noch in Gesprächen mit Wuppertal-Marketing. Das Interesse ist auf jeden Fall da.“

Der Bus hat noch eine weitere Besonderheit, handelt es sich doch um ein Fahrzeug der türkischen Firma Güleryüz. Das Modell lautet auf den Namen „Panora“ (deutsch: Panorama) und hat 73 Sitz- und 8 Stehplätze sowie einen separaten Platz für Rollstuhlfahrer, wie der Generalvertreter der Firma, Xhevdet Ajvazi, berichtete. Rollstuhlfahrer können über eine spezielle Rampe ins Fahrzeug kommen. Alle Sitze verfügen über einen Sicherheitsgurt.

Zur Verfügung gestellt wird das Fahrzeug, das einen Neuanschaffungspreis von etwa 235 000 Euro hat, über die Firma Flutura Reisen GmbH aus Velbert, die von Ajvazi in Personalunion betrieben wird. Der Kontakt zwischen Ajvazi und der Stiftung sei über den Fahrer Michael Raschke zustande gekommen, erzählte SRV-Vorsitzender Kamp.

Fahrer Raschke lobte die Fahreigenschaften des neuen, elf Meter langen und vier Meter hohen Busses: „Der fährt sich sehr gut!“ Allerdings müsse man in den Kurven etwas vorsichtiger fahren, weil das Fahrzeug aufgrund seiner Höhe einen anderen Schwerpunkt habe und im oberen Bereich stärker ausschwenke als die Oldtimer-Busse, die Raschke ansonsten für die Stiftung fährt.

Seit zehn Jahren bietet die SRV die Stadtrundfahrten mit den historischen Bussen an. Demnächst soll der Fuhrpark von drei auf fünf Fahrzeugen aufgestockt werden, sagte Kamp. Die Fahrten seien in der Regel fast immer ausgebucht, pro Jahr wurden zuletzt etwa 2500 Fahrgäste transportiert.