In Wuppertal setzen sich Bürger aus Nächstebreck für einen Spielplatz ein

Engagement : Nächstebrecker erneuern gemeinsam den Spielplatz

Am Kattenbreuken soll die alte Fläche durch bürgerschaftliches Engagement mit neuem Gerät ausgestattet werden.

. Auf den ersten Blick wirkt die Fläche zwischen den Wohnhäusern am Kattenbreuken wie ein übriggebliebenes Baugrundstück. Erst bei genauerem Hinsehen lassen sich Reste eines kleinen Sandkastens erkennen, der vor langer Zeit angelegt wurde und längst nicht mehr genutzt wird. Buchstäblich Gras ist gewachsen über die Anlage, die einst mit der Entstehung des Wohngebiets geplant war.

Schnelle Zustimmung und Unterstützung für die Pläne

„Als die Siedlung vor mehr als 15 Jahren angelegt wurde, war es eine Auflage der Stadt Wuppertal an den Bauträger, einen Spielplatz einzurichten“, erklärt Wolf-Tilman Baumert. Der Nächstebrecker, im Hauptberuf Oberstaatsanwalt, ist Mitglied im Bürgerverein Nächstebreck und engagiert sich gemeinsam mit anderen Stadtteilbewohnern für die Renovierung des Spielplatzes. Bei einem beruflichen Aufenthalt im Kosovo seien ihm viele  Kinderspielplätze aufgefallen - Kontakt und  Miteinander von Kindern sei dort wichtig, in Wuppertal mit seinen vielen Bürgern unterschiedlichster Herkunft aber auch und genauso.

Ein Beispiel für Handlungsbedarf fand sich mit dem etwa 150 Quadratmeter großen Areal am Kattenbreuken, und schnell gab es Zustimmung für das Vorhaben. „Der Plan ist, auf die Fläche einen Spielturm mit Rutsche zu stellen“, sagt Baumert. Die Nächstebrecker stellen sich ein Kombi-Gerät zum Klettern und Spielen vor. „Wichtig dabei: Wir wollen einen Spielplatz nach TÜV-Standard.“ Sicherheit sei wichtig, es gelte, beispielsweise den Sturz eines Kindes abzufedern. „Deshalb wird der Sandkasten viel größer werden und mit Feinkies befüllt.“ Das Material sei für Hunde und Katzen wenig attraktiv und mache auch nicht so schmutzig wie feiner Sand. Geplant wird preisbewusst. Der Kostenvoranschlag eines  Garten- und Landschaftsbauers sehe einen Gesamtbetrag von etwa 13 000 Euro vor, so Baumert: „Man könnte natürlich noch mehr machen, wenn man das Geld hätte, eine neue Schaukel, eine Wippe -  der Platz wäre vorhanden. Sollte wider Erwarten Geld übrig bleiben, stellen wir natürlich ein weiteres Spielgerät auf.“

Doch damit sei wohl nicht zu rechnen, denn Spielgeräte sind teuer, gibt Martin Kramer von der Interessen- und Werbegemeinschaft IG Nächstebreck zu bedenken. Die engagiert sich mit Mitgliedsbeiträgen regelmäßig für den Stadtteil und  habe zuvor unter anderem den Spielplatz Samoastraße mitfinanziert, wie Kramer berichtet. Auch am Kattenbreuken will die Werbegemeinschaft helfen und hat 5000 Euro zugesagt.

Weitere Unterstützer sind schon gefunden: „Die Nächstebrecker Vereine haben beschlossen, dass der Reinerlös der Osterfeuers 2020 in die Renovierung des Spielplatzes Kattenbreuken fließt“, verkündete Hermann Josef Richter, Vorsitzender des Bürgervereins, bei der Jahreshauptversammlung der Gemeinschaft. Eine Einzelspende in Höhe von 1000 Euro kommt von Wolfram Friedrich, so dass „wir den Spielplatz möglicherweise noch in diesem Herbst einweihen können“, wie Richter hofft. Und auch Nachbarn sind mit im Boot: „Die Anwohner haben ebenfalls Geld gegeben“, so Baumert, „wir haben schon etwas über 1500 Euro zusammen.“ Alle gemeinsam hoffen, dass die Spielplatz-Pläne zu Gunsten der Kinder schnell umgesetzt werden können. Doch auch die Erwachsenen dürften die Anlage begrüßen - denn sie würde das Wohngebiet nochmals aufwerten.