In Wuppertal gibt es jetzt einen Container für den Klimaschutz

Ausstellung : Ausstellung: Ein Container für den Klimaschutz

Am Wichlinghauser Bahnhof wurde eine „Station für ein gutes Klima“ eröffnet. Das Projekt soll Idee der Nachhaltigkeit befördern.

Er sieht aus wie ein regulärer TEU-Container, doch für den Transport von Waren wird das Behältnis schon seit einiger Zeit nicht mehr benötigt. Stattdessen dient der am Samstag am Wichlinghauser Bahnhof eröffnete Container künftig dazu, Ideen und Konzepte rund um das Thema Klimaschutz zu befördern. Im Rahmen des Projekts „Klimaschutz für alle“ ist die Transporteinheit als „Station für ein gutes Klima“ in Betrieb gegangen. Ausstellungen oder Workshops sind dort geplant.

„Wir möchten ein Treffpunkt für die Nachbarschaft sein und zugleich die Menschen über Klimaschutz und Nachhaltigkeit informieren“, sagte Projektleiterin Lisbeth Bakker. Die Veranstaltungen sollen auch Jugendliche ansprechen, die die Nordbahntrasse frequentieren, betonte Andrés Genistet, der  den Container in Absprache mit dem Verein BOB-Kulturwerk ausgebaut hat. Etwa ein halbes Jahr hat der Ausbau - inklusive Eingangstür und Panoramafenster - gedauert, durch die Verlegung an die Nordbahntrasse habe man nun einen „idealen Standort“ für sich gefunden, freute sich Bakker.

Der Container ist gedämmt und kann auch als Ort für Workshops genutzt werden. Auf das Dach des ehemaligen Transportbehälters soll zudem noch eine Anlage mit Solarzellen installiert werden.

Zum Auftakt nimmt sich die neue „Klima-Station“ des Themas Verkehr an. Dazu werden anhand von vier europäischen Städten Beispiele für eine nachhaltige Verkehrswende in den Kommunen deutlich gemacht. Als erstes Beispiel dient die Stadt Pontevedra. Auf vier Schautafeln wird gezeigt, wie sich die Stadt im Nordwesten Spaniens von einer auf den Autoverkehr fixierten Kommune zu einer solchen entwickelt hat, die vornehmlich auf den Fußgänger- und Fahrradverkehr setzt.

Bis zum 30. November
ist die Ausstellung zu sehen

Pontevedra sei ein Beispiel dafür, wie eine Kommune die Verkehrswende schaffen könne, ohne Einbußen in der Lebensqualität oder der wirtschaftlichen Entwicklung zu erleben, betonte Genistet, der selbst aus Spanien stammt. Die Stadt habe jetzt mehr Einwohner als vor Beginn des Transformationsprozesses im Jahr 1999, sagte er. Die Natur habe davon profitiert, mittlerweile würden 70 Prozent der Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad absolviert. Seit 1999 wurde damit eine Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes von 67 Prozent erreicht.

Bis zum 30. November ist die Ausstellung zu Pontevedra an den Außenwänden des Containers zu sehen. Dann sollen als weitere Beispielstädte für den Verkehrswandel Oslo, Vilnius und Eindhoven oder Utrecht vorgestellt werden. „Wir wollen den Menschen anhand der positiven Beispiele zeigen, wie man so etwas umsetzen kann“, sagte Projektleiterin Bakker.  Damit wolle man eine „Bewegung für Nachhaltigkeit in der Stadt“ schaffen.

Bis ins kommende Frühjahr sollen die Ausstellungen zum Thema Verkehrswende präsentiert werden. Dann sei auch eine Diskussion mit Politikern dazu in Wuppertal geplant, betonte Bakker. Zudem sollen im Anschluss weitere Themen für Nachhaltigkeit aufgegriffen werden: Das könnte dann unter anderem Bereiche wie „Urban Gardening“ oder Ernährung betreffen.

Anlässlich der Eröffnung des Klima-Containers wurden aber auch die Anwohner um Ideen und Anregungen zum Thema Nachhaltigkeit im Allgemeinen und Mobilität im Besonderen gebeten. Unter dem Motto „Was wünscht du dir für Wuppertal?“ konnten sie im Rahmen eines Workshops Postkarten gestalten, die an Oberbürgermeister Andreas Mucke geschickt werden sollen.

„Viele Erwachsene wünschen sich einen Spielplatz für kleinere Kinder“, erklärte die Design-Studentin Celia Wagner, die den Workshop leitete. Ein Junge malte einen Ball, weil er sich einen Fußballplatz wünschen, andere plädierten im Kampf gegen den täglichen Unrat für eine Müllsammelaktion.

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