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Universität: In Deutschland lässt sich gut studieren

Universität : In Deutschland lässt sich gut studieren

Die Albanerin Klaudia Sofia Mustafa macht an der Bergischen Uni ihren Master.

Sie ist ehrgeizig und zukunftsgewandt – nicht nur, weil sie ihre Abschlussarbeit der „Künstlichen Intelligenz“ widmet. Klaudia Sofia Mustafa (29) befindet sich am Ende ihres Wirtschaftsstudiums im Fach Applied Economics and International Economic Policy an der Bergischen Universität Wuppertal.

Die gebürtige Albanerin ist noch jung, blickt aber schon auf ein abwechslungsreiches Leben zurück: „Meinen Bachelor habe ich 2009 an der Athener Universität im Studiengang Marketing begonnen. Gleichzeitig habe ich angefangen, im Marketing und Sales bei einem internationalen Kosmetikkonzern zu arbeiten.“ Die dortigen Aufgaben kennt die in Griechenland aufgewachsene Studentin bereits seit ihrem 16. Lebensjahr: „Ich habe im Verkauf gearbeitet und konnte über Gelegenheitsjobs beruflich aufsteigen. Gleichzeitig hat dieser Einblick in die Praxis meine Studienentscheidung beeinflusst.“

Nach dem Bachelor ging es
zum Studium nach Deutschland

Zum Ende ihres Bachelor-Studiums ging es 2012 für eineinhalb Jahre über das Erasmus-Austauschprogramm der Europäischen Union nach Deutschland, an die Universität Koblenz. Sie entschied sich aus vielen Gründen für die Bundesrepublik: „Deutschland hat einen guten Ruf, was Bildung angeht, und ein breites Angebot an englischsprachigen Studiengängen.“ Klaudia Sofia Mustafa schrieb ihre Bachelor-Thesis in Koblenz und absolvierte ein Praktikum bei einem großen Bonner Telekommunikationsunternehmen. „Das war eine Herausforderung für mich. Ich arbeitete im Customer-Experience-Management und habe mich mit Datenanalysen und Lösungen für mehr Kundenzufriedenheit auseinandergesetzt. Ich konnte nicht nur neue Fähigkeiten erlernen, sondern erneut Theorie und Praxis miteinander verbinden.“

Ihre Rückkehr nach Griechenland nutzte sie, um den nächsten Deutschland-Aufenthalt zu planen. „Das Land und ich passen einfach gut zusammen. Mir sagen sowohl die disziplinierte deutsche Kultur als auch die progressive Natur des Landes zu.“ Sie entschied sich 2017 für Wuppertal und die Bergische Universität, „weil im Fach Wirtschaftswissenschaften ein englischsprachiger Master angeboten wird, der eine hohe Reputation genießt.“ Zudem belegte sie einen Deutsch-Intensivkurs.

Die Stadt schätzt sie aus ebenfalls vielen Gründen: „Sie liegt mitten in Nordrhein-Westfalen, wodurch viele Städte und Ausflugsziele schnell erreichbar sind. Das bietet auch berufliche Chancen.“ In Wuppertal können Studierende zudem günstig leben. „Auch gefällt es mir, dass Stadt und Natur direkt und nah beieinander liegen.“ Sie mag es, auf dem Friedrichsberg zu joggen, und verbringt gerne Zeit im Luisenviertel.

Seit zwei Jahren lebt sie hier und empfindet Wuppertal als ihre neue Heimat. Heimweh kommt trotzdem auf, denn ihre gesamte Familie lebt in Griechenland. Einsam fühlt sie sich dennoch nicht: „Während der Sprachkurse, im Studium, auf der Arbeit und beim Uni-Sport habe ich viele Freundschaften knüpfen können.“ Gemeinsam reisen sie – dank des NRW-Semestertickets – durch das ganze Bundesland, etwa nach Köln, Münster oder Düsseldorf.

Die Züge der Bahn haben
leider oft Verspätung

Bei allem Positiven gibt es aber auch einen großen Kritikpunkt: „Die Bahn! Ich muss beruflich nach Köln pendeln, und die Züge haben oft Verspätung. Kein guter Start in den Tag und zudem passt das einfach nicht zu Deutschland.“

In der Domstadt arbeitet sie bei einem Start-up im Bereich Künstliche Intelligenz. „Dazu möchte ich auch meine Thesis schreiben, denn es gibt über 200 Start-ups in Deutschland, deren Entwicklung ich analysieren möchte.“

Nach ihrem Abschluss plant sie, in der Bundesrepublik und in dieser Branche zu bleiben. „Make the best out of what you get!“ – das Beste aus allem machen, ist ihr persönliches Credo: „Und hier habe ich die Chance dazu.“