Tag der offenen Tür In der Utopiastadt sind Gäste jederzeit willkommen

Wuppertal · Logbucheintrag 0.41 – 365 Tage der offenen Tür.

Neugierde genügt: In der Utopiastadt freut man sich über Gäste.

Neugierde genügt: In der Utopiastadt freut man sich über Gäste.

Foto: Dimitrij Haak

Am ersten April gab es in Utopiastadt einen Tag der offenen Tür. Ich selber war bei den Vorbereitungen beruflich sehr eingespannt und daher nur ganz am Rande beteiligt.

So überraschte mich zunächst die Entscheidung, das Zusammentreffen und Vorstellen vieler Projekte und Initiativen in Utopiastadt tatsächlich einfach „Tag der offenen Tür“ zu nennen. Schließlich ist Utopiastadt als andauernder Gesellschaftskongress eine grundsätzlich offene Einrichtung und jeder Tag ein Tag der offenen Tür. Doch genau das einmal besonders hervorzuheben, war eine rundherum richtige Entscheidung.

Als der Wetterbericht von Tag zu Tag deutlicher machte, dass wir uns dabei auf einen vollkommen verregneten Samstag einstellen mussten, wurden die Gesichter lang und länger. Schließlich sagt die Erfahrung, dass das „Mal schauen, was die da so machen“-Publikum meist auch ein Schönwetterpublikum ist. Also begann ich mich mental darauf einzustellen, mich schlicht darüber zu freuen, dass so viele Utopistinnen und Utopisten gleichzeitig vor Ort sind. (Das hat sich nach den vielen Pandemie-Einschränkung so nachhaltig zerstreut, dass es längst nicht mehr so automatisch passiert wie bis Anfang 2020.) Und dass wir so gemütlich Gelegenheit haben, uns einen Tag einfach ohne weitere Arbeitsagenda zu treffen.

Und dann kamen Leute. Das öffentliche Coforschungs-Kolloquium im Hauptgebäude war voll besucht und zeigte, dass akademisch anspruchsvolle Forschung keinesfalls unverständlich für Menschen ohne Hochschulbildung diskutiert werden muss. In den frisch nutzungsgenehmigten Räumen in der Baustelle des Nebengebäudes startete der Verein „/dev/tal“ das Elektroreparaturcafé neu, es gab den Nähtreff sowie Infos zur Entwicklung von Siebdruckwerkstatt oder das Fotolabor für alle. Am Container der „Mirker Schrauba“ wurden unter Pavillons Fahrräder repariert. Und die Führungen durch die Gebäude waren allesamt ausgebucht. Mit Regenschirmen und -jacken kam sogar die Führung über die Flächen des Utopiastadt-Campus zustande.

Offenbar besteht also beides: Reges Interesse an den Vorgängen in Utopiastadt und eine gewisse Hürde, diesem Interesse nachzugehen – es sei denn, es gibt die explizite Einladung dazu. Die möchte ich an dieser Stelle gerne noch einmal ganz deutlich aussprechen: Kommt vorbei! Wir sind offen!

Natürlich wissen wir, dass es seltsam sein kann, einfach montagmittags in der Coworking-Etage oder der Sanierungswerkstatt zu stehen und zu fragen, was gerade so läuft. Deswegen haben wir ganz viele offene Termine für euch: Den Utopiastadt-Jour fixe für den regelmäßigen Austausch über alles, was konkret vor Ort läuft. Das Forum Mirke gemeinsam mit anderen Quartiersgestalterinnen und -gestaltern. Die Mirker Matineé mit Nähtreff und den Reparaturcafés. Den Radverleih, die Gartengruppe, den wöchentlichen Sanierungs-Workout und, und, und – alle sind offen für engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter ebenso wie für interessierte Nutzerinnen und Nutzer von außen. Also, habt keine Scheu – kommt vorbei.

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