In der Kohlfurth drängt sich der Verkehr

In der Kohlfurth drängt sich der Verkehr

Verein Bergische Museumsbahnen lud zum 26. Mal zum Straßenbahnfest. Die Bahnfahrten waren wieder heiß begehrt.

Cronenberg. Welche Fortbewegungsart auch immer der Besucher bevorzugen mag, zu Pfingsten sind in der Kohlfurth stets viele Verkehrsmittel im Einsatz. Vom Gelände des Vereins Bergische Museumsbahnen zuckeln im Halbstundentakt historische Straßenbahnen in Richtung Haltestelle Greuel am Naturfreundehaus. Auf dem Platz vor dem Schützenhaus der Bergischen Schützengilde St. Sebastianus fahren am Sonntag Oldtimer an und ab. Am Strandcafé werden sogenannte Youngtimer — also Fahrzeuge ab etwa 20 Jahre — präsentiert. Am „Café Hubraum“ trifft sich wieder die heimische und auswärtige Biker-Szene. Und wer von einem zum anderen Standort kommen wollte, der sollte lieber zu Fuß gehen — zumindest wenn er dem Stau entgehen und ohne größere Verzögerungen die nächste Station besuchen will.

Der vermutlich größte Andrang herrscht an beiden Tagen auf dem Gelände der Bergischen Museumsbahnen — mit etwa 10 000 Besuchern wird gerechnet. Drei historische Straßenbahnen nehmen dort immer wieder Fahrgäste auf, die Tickets sind heiß begehrt. „Die Resonanz auf die Fahrten ist sehr gut“, sagt Vorstandsmitglied Georg Kemper, der gleich am Zugang zum Vereinsgelände Karten verkauft. Etwa 30 Minuten dauert die Hin- und Rückfahrt — die Strecke von der Kohlfurth bis zur Haltestelle Greuel beträgt 2,8 Kilometer.

Doch außer den Fahrten wird den Straßenbahnfreunden aus Wuppertal und der Region auch auf dem Gelände einiges geboten. Mehrere Modellbahnanlagen sind vor und in der Fahrzeughalle aufgestellt. Es gibt eine kleine Ausstellung zum „Kulturgut Straßenbahn“. Verkehrsbetriebe von befreundeten verkehrshistorischen Vereinen stellen sich vor. Gut besucht ist zudem der Stand der Deutschen Post, wo es extra zu der Veranstaltung einen Sonderstempel gibt. Vor allem zum Start am Sonntagvormittag seien die Stempel stark nachgefragt worden, sagt Andreas Dörr vom Erlebnis-Briefmarken-Team der Post. Briefmarkenfans können ihre Postsendungen mitbringen und stempeln lassen. Der Stempel zeigt die Barmer Bergbahn TW 94, Baujahr 1928, die in diesem Jahr 90 Jahre alt wird. Nach Ende der Veranstaltung ist der Stempel noch für vier Wochen von der Sonderstempelstelle der Deutschen Post in Weiden zu erhalten.

Den Stempel gibt es in diesem Jahr zum zweiten Mal. Doch das gedruckte Siegel ist nur eine von mehreren Attraktionen: Briefmarkenfans können ihre Postsendungen zu Pfingsten auch mit der Bergbahn über die historische Strecke bis zur Haltestelle Greuel transportieren lassen. Dafür gibt es dann einen Extrastempel, der dieses Ereignis auf dem Brief dokumentiert.

„Wir wollen damit Werbung für Wuppertal machen und etwas Imagepflege betreiben“, sagt der 2. Vorsitzende des Vereins Postwertzeichen Wuppertal, Helmut Klamra. In einer Ausstellung zeigen die Briefmarkenfreunde zudem alte Fahrscheine oder Postwertzeichen, auf denen diverse Verkehrsmittel zu sehen sind. „Das ist ein beliebtes Motiv bei Briefmarken“, erklärt der 1. Vorsitzende Marc Mondorf.

Derweil wartet Bernd Neust mit Frau und Tochter an der Haltestelle vor der Fahrzeughalle auf die Abfahrt der nächsten Museumsbahn. Er kommt seit etwa zehn Jahren hierhin, erzählt er. Das habe „Tradition“. Zudem hat Neust auch berufliche Erfahrungen mit dem Thema „Öffentlicher Personennahverkehr“ - er war Busfahrer bei den Stadtwerken. „Hier tritt man immer viele Kollegen“, freut er sich.

Mehr von Westdeutsche Zeitung