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In den Supermarkt am Wuppertaler Röttgen ziehen bald Senioren-WGs

Stadtentwicklung : In den Supermarkt ziehen Senioren-WGs

Ein Investor hat im EKZ Röttgen die ehemalige Nahkauf-Filiale erworben und baut sie für zwei Wohngemeinschaften um.

Senioren-Wohngemeinschaften statt Supermarkt: In der leerstehenden Nahkauf-Filiale im Einkaufszentrum (EKZ) Röttgen will die Firma Home Solution aus Düsseldorf zwei WGs mit insgesamt 16 bis 17 Plätzen einrichten. Der Umbau soll etwa 1,5 bis 1,8 Millionen Euro kosten.

„Wir warten auf die Baugenehmigung“, so Projektleiter Marcus Gödden. Wenn die vorliege, rechne Home Solution mit drei Monaten Bauzeit. Mit der Stadt sei man in gutem Kontakt, erklärt Gödden. „Die unterstützt das Vorhaben.“ Auf WZ-Anfrage heißt es dazu aus dem Rathaus, es spräche aus städtischer Sicht nichts dagegen.

Das EKZ besteht insgesamt aus 89 Eigentumswohnungen und 33 Gewerbeeinheiten. Der Nahkauf steht seit gut 15 Jahren leer. Immer wieder habe es Ideen für eine Neubelegung gegeben, so Jarl Georg Knobloch vom Eigentümerbeirat. Auch ein Supermarkt war ins Spiel gebracht worden, doch fand sich nie ein Betreiber. Letztendlich sei man deshalb froh, dass sich ein Investor gefunden habe, „auch wenn wir uns dort etwas anderes hätten vorstellen können“. Insgesamt verschwinde damit aber der größte Leerstand im EKZ, freut sich Knobloch.

Zahl der Leerstände im EKZ ist deutlich gesunken

Auch sonst sehe es positiv aus: Alle Einheiten seien mittlerweile wieder in Besitz, nachdem vor einigen Jahren noch diverse Lokale unter Zwangsverwaltung standen. „Da fehlte natürlich auch das Hausgeld“, so Knobloch. Die Rückstände sollen nun aufgearbeitet werden, geplant ist demnächst auch eine Sanierung des Komplexes.

Der Standort Röttgen sei ideal für das Projekt von Home Solution, sagt Gödden. „Ein Quartier mit einem relativ hohen Altersschnitt“, weiß er. Zudem gebe es im EKZ eine ambulante Tagespflege und ein eigenes Hallenbad. Der Bedarf für barrierefreie Senioren-Wohnungen sei da, ist er überzeugt.

Die anbieterbestimmten WGs — das bedeutet, dass Home Solution bereits mit einem Pflegedienst aus Hagen zusammenarbeitet — umfassen insgesamt rund 1200 Quadratmeter. Größte Herausforderung beim Bau seien, so Gödden, die neu zu schaffenden Fensterflächen für die Einzelzimmer. Geplant sind auch Außenbereiche mit einem Sinnesgarten.

Politik ist froh über die Neubelebung

In der Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg war das EKZ bereits mehrfach Thema. Cornelia Krieger und die Grünen hatten vor zwei Jahren schon einmal eine Ideenwerkstatt für den Röttgen als Möglichkeit vorgeschlagen, um die Eigentümer zu unterstützen. Vor allem betrachtete man damals die Situation der Leerstände mit Sorge.

Die jetzt angedachte Lösung mit Senioren-WGs findet Krieger „wundervoll“. Ein Nahversorger „hätte keine Chance gehabt“ ist sich Krieger sicher. „Die suchen größere Ladenlokale.“

Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert (SPD) freut sich über „alles, was das EKZ nach vorne bringt“. Senioren-WGs würden aber natürlich für weniger Belebung sorgen als ein Supermarkt.

Auch Guido Gehrenbeck, der neue Vorsitzende des Bürgervereins Uellendahl, ist zwiegespalten. „Es ist schön für die Immobilie, dass sich da etwas tut. Aber es ist schade um die große Verkaufsfläche, der Supermarkt fehlt weiterhin, die Leute haben weiterhin weite Wege.“