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In Beyenburg war selten so viel los

Bruder Dirk bemerkt Andrang schon an den Kerzenverkäufen : In Beyenburg war selten so viel los

In der Corona-Vorweihnachtszeit haben Familien Zeit zum Spazieren. Viele kommen nach Beyenburg. Bruder Dirk merkt das. Allein wegen der verkauften Kerzen in der Kirche.

Wenn jetzt im Dezember ab 16 Uhr die Dämmerung einsetzt und es langsam dunkel wird, dann leuchten die Fenster in Beyenburg in den unterschiedlichen Farben des Regenbogens und sind für die Familien in Wuppertals östlichstem Stadtteil, aber auch für viele Besucher von außerhalb attraktive Anziehungspunkte.

Im Fokus des Interesses stehen dabei natürlich die Klosterkirche und die angeschlossene Abtei, die ihrerseits glühend rot angestrahlt werden. „Kaum zu glauben, wie viele Besucher wir vor allem am Wochenende hier hatten“, meint Bruder Dirk, der freundliche letzte Vertreter des Ordens zum Heiligen Kreuz. Und er hat auch gleich den Grund für das vielfältige Interesse zur Hand: „Jetzt, wo es kaum noch Gelegenheit gibt, irgendwelche Veranstaltungen zu besuchen, wo kein Theater, kein Kino, kein Museum, aber auch keine Gaststätten oder Cafés offen haben, entdecken die Familien vor allem am Wochenende die Möglichkeit, mal wieder zusammen spazieren zu gehen.“

Beyenburg ist ein begehrtes Ausflugsgziel – gerade jetzt

Verständlich, dass da Beyenburg mit seinem idyllischen Stausee, seiner liebenswerten Altstadt, und vor allem auch mit seiner viele Jahrhunderte alten Klosterkirche ein begehrtes Ausflugsziel ist.

Das haben die katholische und die evangelische Gemeinde in Beyenburg schon vorausgesehen und im Ökumene-Ausschuss beschlossen, ihr Dorf vor allem in deprimierenden Zeiten so auszuschmücken, dass die Menschen dort Erholung für Leib und Seele finden und die frohe Weihnachtsbotschaft in sich aufnehmen. Diesem Zweck dient auch die Kapelle „Maria im Schnee“, die marianisch blau illuminiert wird.

Die Aktion „Weihnachtsdorf“ unter dem Motto „Weihnachten entgegen“ hat auch die übrigen Bewohner des Ortes animiert, einige Straßen festlich zu bekränzen und ihre Fenster liebevoll zu schmücken und zu beleuchten.

Das schafft vor allem in den Abendstunden eine einzigartig heimelige Atmosphäre, die das Dorf am Stausee zu einem wahren Besucher-Magneten werden lässt.

„Die Kirche ist an sieben Tagen in der Woche von 10 bis 17 Uhr geöffnet und wird so oft besucht wie nur selten im Jahr“, so Bruder Dirk, der die hohe Frequenz problemlos an dem erheblich gestiegenen Kerzenverkauf ablesen kann.

Etwas Tröstendes bieten
in trostloser Zeit

„Wir möchten den Menschen in dieser doch trostlosen Zeit etwas Angenehmes, Tröstendes bieten“, sagt Bruder Dirk, der selbst so etwas wie das lebende Wahrzeichen von Beyenburg ist und auch darauf verweist, dass über Weihnachten etliche Gottesdienste in Wuppertals ältester Kirche (1497 als spätgotische Saalkirche erbaut) stattfinden werden. „Aber auch die nur nach vorheriger Anmeldung und unter sehr strikten coronabedingten Auflagen“, stellt er unmissverständlich klar.

So an Heiligabend um 15 Uhr die Kinderkrippenfeier mit Bruder Dirk. Und um 17 Uhr die Christmette mit Gemeindepfarrer Martin Schlageter. Am ersten Weihnachtstag die Heilige Messe um 11.15 Uhr und am zweiten Weihnachtstag die Heilige Messe um 9.45 und um 18.30 Uhr die Sonntagvorabendmesse.

Dabei weist Bruder Dirk drauf hin, dass für Einzelpersonen lediglich 28 Plätze in dem altehrwürdigen Gotteshaus zur Verfügung stehen, die insgesamt 14 Bankreihen aber jeweils mit einer Familie (zwei Elternteile mit bis zu vier Kindern) besetzt werden können, sodass zu den jeweiligen Gottesdiensten bis zu 84 Personen in der Klosterkirche Platz hätten. „Wir achten zum Schutze aller sehr darauf, dass nicht mehr Menschen in die Kirche kommen“, sagt der Klosterbruder trotz milder Adventsstimmung ungewohnt streng.