Im Wuppertaler K 1 ist Else Lasker-Schüler „zu Gast“

Serie : Im K 1 ist Else Lasker-Schüler „zu Gast“

Das Art-Café an der Oststraße präsentiert zwei Kunstprojekte.

So ungewöhnlich wie der Name ist auch der Charakter des K1 Art-Cafés an der Oststraße in Wichlinghausen. „Das K soll für Kommunikation und Kunst stehen“, erklärt Michael Hoffmann (65), der das stimmungsvolle Lokal seit knapp zwölf Jahren betreibt und neben der Gastronomie („Ich koche gern und serviere den Gästen nur selbst Hergestelltes“) soll ein weiteres Augenmerk auf die Ausstellungen gerichtet werden, von denen derzeit die 55. zu sehen ist.

Michael Hoffmann will ausschließlich Wuppertaler Künstlerinnen und Künstlern die Gelegenheit geben, ihre Werke dem Publikum vorzustellen. Und das freut sich im Moment über Fotos von Tatjana Stroganova, die die unterschiedlichsten Objekte im Hintergrund, im Vordergrund jedoch stets Else Lasker-Schüler zeigen. Passend dazu gab es zur Eröffnung Texte von Wuppertals bekanntester Dichterin, gelesen von Anne Fitsch und Marina Zwetajewa.

Eine Ausstellung, die am 29. August zu Ende geht. Doch zwischendurch fahren Michael Hoffmann und seine Ehefrau Marie Luise Barkhoff nämlich (mit dem Zug übrigens) nach Kärnten in Urlaub und sind erst am 6. August wieder da.

Dann laufen auch schon die Vorbereitungen für das nächste Kunstprojekt, das ebenfalls Else Lasker-Schüler gewidmet ist und gemalte Werke von Bettina Nehles, Gisela Reinhardt und Lidia Epshtein zeigt. Eine Vernissage, die am 6. September beginnt und am 11. Oktober endet.

Dass es sich beim K1 nicht um ein Café im herkömmlichen Sinn handelt, zeigt allein, dass erst um 17 Uhr geöffnet wird und es keinen Kuchen, Torte oder süßes Gebäck im Angebot gibt. Stattdessen Herzhaftes wie Pizza, Pasta und als Spezialität des Hauses Flusskrebse mit Rucola, Peperoncini und Parmesan, oder hausgemachtes Gulasch.

Natürlich ist Michael Hoffmann als Grafiker und Diplom-Designer auch selbst künstlerisch angehaucht und nahm die Anregung eines Freundes, des Künstlers, Fotografen und Denkmalschützers Rolf Löckmann gern an, aus dem Imbiss in der Oststraße, einem Anbau an ein Fachwerkhaus, doch eine Galerie mit Gastronomie zu machen. „Gastronomische Erfahrungen hatte ich bis dahin nicht. Es war ein Sprung ins kalte Wasser“, denkt Michael Hoffmann an den November 2007 zurück.

„Die ersten beiden Jahre waren eine harte Zeit“, erinnert sich der liebenswürdige 65-Jährige. „Aber dann lief es gut“, was sich wohl auch in den „entspannten“ Öffnungszeiten von 17 bis 22 Uhr an den vier Tagen zwischen Dienstag und Freitag ausdrückt.

Inzwischen wird sein originelles Künstler-Café mit gleich zwei Biergärten und Fachwerkwänden auch für Gesellschaften und Familienfeiern gebucht. „Die 50 Plätze drinnen sind oft voll besetzt“, so Hoffmann, dem deutlich anzusehen ist, dass ihm seine Doppelfunktion als Galerist und Cafetier große Freude bereitet. fwb

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