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Im „Salon für Kunst“ in Wuppertal-Elberfeld weht ein Hauch von Japan

Kunstwerke : Im „Salon für Kunst“ in Elberfeld weht ein Hauch von Japan

Der „Salon für Kunst“ stellt Werke von Andrea Thierbach aus – diese kann man auch kaufen.

Eine Begegnungsstätte für Kunst und Kultur. Die gibt es seit letztem Sommer mit dem „Salon für Kunst“ in der Elberfelder Nordstadt: Am Höchsten betreiben Nicole Kreischer und Olaf Lenz ihre kleine Galerie. In der seit Kurzem auch wieder ausgestellt wird: Nach dem langen Lockdown gibt es dort aktuell Andrea Thierbachs Malereien zu bestaunen. Lenz und Kreischer sind froh, dass Ausstellungen und andere Veranstaltungen endlich wieder möglich sind. Denn von der zweiten Corona-Welle im Herbst wurde auch der „Salon für Kunst“ getroffen. Die Galerie musste wegen der Ansteckungsgefahr schließen. Im Lockdown fand lediglich eine Veranstaltung statt: Im Dezember gab es einen Weihnachtsmarkt, wo preiswerte Kunst an einem Stand vor dem Salon angeboten wurde. „Das ist insgesamt natürlich schade, weil wir im Sommer zwei Veranstaltungen hatten, die bei den Menschen gut ankamen“, sagt Lenz, betont aber auch, dass der Salon nicht der Grunderwerb der beiden ist. Bilder der aktuellen, vierwöchigen Ausstellung von Andrea Thierbach sind indes für Interessierte zu erwerben. Ihre Werke weisen Ähnlichkeiten zu japanischen Malereien auf, teilweise seien auch spirituelle oder gar esoterische Aspekte zu erkennen, findet Lenz.

„Ich hatte das Ladenlokal angemietet“, erzählt Lenz. „Nicole wollte dann gerne ihre Kunstwerke dort zeigen.“ Schließlich ist Kreischer unter Wuppertaler Kunstliebhabern bekannt. Sie habe viele Kontakte in der lokalen Kunst- und Kulturszene und viele haben einen „Kreischer“ zuhause, sagt Lenz. Zudem habe Nicole Kreischer auch schon im Cafe Swane oder im Schloss Lüntenbeck ausgestellt. Lenz hingegen ist unter anderem Autor und hat einige Romane geschrieben, die allerdings nicht in einem Verlag veröffentlicht wurden. Zudem betreibt er einen eigenen Youtube-Kanal.

Lenz betont die Bedeutung des „Salons für Kunst“ in der Straße. Denn gerade am Höchsten gebe es sonst eher wenige kulturelle Angebote. „So entsteht im Straßenbild auch etwas Abwechslung“, sagt Soufian Goudi. Der Fraktionsvorsitzende und Bezirksvertreter der SPD in Elberfeld sieht den Höchsten als „Durchgangsstraße“, die es durchaus nötig hat, durch Projekte wie den „Salon für Kunst“ aufgewertet zu werden.

Durch den Salon wird also vor allem das Kulturangebot am Standort erweitert. Auch bei den beiden letzten Veranstaltungen vergangenes Jahr hatte das einige Menschen in den Salon gelockt. So waren damals sowohl bei der Lesung von Willi Thomczyk, als auch beim Konzert von Kai Becker rund 25 bis 30 Personen in dem kleinen Ladenlokal, viele davon aus der angrenzenden Nachbarschaft, so Lenz. „Und mit Autoren, Künstlern oder Musikern kommen wir meistens über Facebook ins Gespräch. Andere sind persönliche Kontakte, wie Kai Becker, den ich noch aus der Schule kenne“, erzählt Lenz.

Er und Kreischer hoffen, dass in Zukunft weitere Veranstaltungen im „Salon für Kunst“ stattfinden können. Ob Lesungen, Ausstellungen oder Konzerte – der Salon soll eine Begegnungsstätte sein. „Und wenn Corona doch nochmal zurückschlägt, haben wir digitale Konzepte im Hinterkopf“, ergänzt Lenz. Livestreams könnten zwar Veranstaltungen in Präsenz niemals ersetzen, seien dann aber eventuell die einzige Alternative.