Umwelt Händler ärgert sich über illegale Reifenentsorgung

Elberfeld. · Der Stadt ist der Fall bekannt. Doch sie sagt, die Täter sind nur schwer zu ermitteln. Werkstatt-Besitzer zeigt sich enttäuscht.

 Antonino Laurino ärgert sich über die zum wiederholten Male abgeladenen Reifen auf seinem Firmengelände. Die Stadt sagt, die Ermittlung der Täter gestaltet sich schwierig.

Antonino Laurino ärgert sich über die zum wiederholten Male abgeladenen Reifen auf seinem Firmengelände. Die Stadt sagt, die Ermittlung der Täter gestaltet sich schwierig.

Foto: Fischer, Andreas

Mit dem Verkauf und der Montage von Autoreifen hat Antonino Laurino schon von Berufs wegen immer wieder zu tun, ist er doch Inhaber von Reifen und Autoservice Hagemeyer an der Gesundheitstraße. Dass diese Jobbeschreibung aber dafür herhalten muss, dass manche Zeitgenossen ihre Altreifen illegal vor seinem Firmengrundstück ablegen, dafür hat er wenig Verständnis. „Jetzt nach Ostern lagen wieder ein paar alte Reifen auf dem Gehweg“, erzählt er der WZ. Ähnliches sei schon einmal im vergangenen Herbst der Fall gewesen.

Nach dem letzten Vorfall hatte Laurino die Stadt informiert, Mitarbeiter der Kommune kamen, machten Fotos von den abgelegten Altreifen und nahmen sie mit. Mittlerweile seien etwa zehn Reifen auf diese Weise bei ihm entsorgt worden, berichtet Laurino. Er finde es „total traurig“, dass Autobesitzer die abgefahrenen Reifen einfach so ablegten, ohne sich um die sachgerechte Entsorgung zu kümmern. Dabei seien die Entsorgungskosten mit etwas über zwei Euro pro Reifen doch sehr übersichtlich.

Offenbar nutzen manche Autobesitzer oder eventuell auch mit der Montage betraute Personen die traditionelle Zeit des Reifenwechsels – also Frühjahr oder Herbst –, um ihre alten Pneus loszuwerden. So auch beim Rainbow-Park: Dort wurden an einem Hang des Parkplatzes vor etwa vier Wochen 20 Altreifen entdeckt. Ein Teil der Reifen habe sogar in einem Bach gelegen, erzählt ein Vertreter der Geschäftsführung des Sport- und Freizeitzentrums, der namentlich nicht genannt werden möchte. Die Reifen wurden von Mitarbeitern des Rainbow-Parks geborgen und entsorgt. Er habe bei der Polizei angerufen und sei im Zeichen der Corona-Krise darauf hingewiesen worden, dass er doch bitte eine Online-Anzeige erstatten möchte, sagt der Mann. Darauf habe er dann aber verzichtet, weil ihm das zu umständlich war.

Die Erfolgsaussichten bei der Ermittlung der Verantwortlichen sind dabei auch recht gering. „Die muss man schon auf frischer Tat fassen“, sagt die Sprecherin der Stadt, Martina Eckermann. Je nach Ablageort der Altreifen oder jeder anderen Art von Müll sind die jeweiligen Eigentümer der Flächen für die Entsorgung zuständig: Das können Privatpersonen oder eben auch die Stadt als Besitzerin des Areals sein. Aufgrund der geringen Aufklärungsquote werde in der Regel darauf verzichtet, die Polizei wegen der illegalen Müllentsorgung zu informieren, erklärt Eckermann.

Wer seinen Müll illegal entsorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit

Wer seinen Müll einfach so in der Öffentlichkeit entsorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Dafür kann im Falle der Altreifenentsorgung in Nordrhein-Westfalen ein Bußgeld von 80 bis 200 Euro (für bis zu fünf Reifen) oder 200 bis 510 Euro (für mehr als fünf Reifen) gefordert werden. Im Extremfall kann für bestimmte Formen der illegalen Müllentsorgung sogar ein Bußgeld von bis zu 100 000 Euro genommen werden. Gegebenenfalls kann auch ein Strafverfahren angestrengt werden.

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