Ideen für das Bürgerbudget: Der kleine Urlaub am Wupperstrand

Ideen für das Bürgerbudget: Der kleine Urlaub am Wupperstrand

Eine Terrasse über dem Wasser, vielleicht sogar Sand: eine der Ideen für Projekte im Rahmen des Bürgerbudgets.

Wuppertal. Die Idee hatte Manuel Clauss bei der Fahrt mit der Schwebebahn über die Wupper. „Man sieht Fabriken, schöne Hinterhöfe und Terrassen“, sagt der 29-jährige Wuppertaler — da sei es doch naheliegend, so etwas auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, fand der Student.

Er hat sich mit dem Vorhaben „Wupperbeach 2.0“ an der Projektsammlung im Rahmen des Bürgerbudgets beteiligt. „Die Idee ist, an geeigneter Stelle eine Treppe und eine Rampe hinunter zum Wupperufer zu errichten. Man gelangt auf eine Terrasse, die das Wasser teilweise überspannt“, so die Projektbeschreibung. Für diese, mehrere Meter breite Terrasse könne er sich die Aufstellung von Stühlen und Tischen vorstellen, dazu eine „Beachzone“ mit Liegestühlen. „Es gibt Kaffee, Softdrinks, Bier, Wein und kleine Snacks zu erschwinglichen Preisen von einem Gastronomen, der aus einem kleinen Betrieb oder einem Foodtruck oberhalb der Treppe agiert“, so Clauss’ Vorstellung: „Wir setzen uns, unter uns rauscht das Wasser, über uns die Schwebebahn.“ Benötigt würde dazu zunächst einmal „ein geeigneter Teilbereich der Wupper“, der möglichst breit sein sollte und gut erreichbar.

Laut Idee würden dort Treppe und Rampe installiert, ein Stellplatz für mögliche Gastronomie gefunden, die entweder stationär oder eben beispielsweise in Form eines Speisen- oder Getränkewagens für ein entsprechendes Angebot sorgen könnte. Zudem sei Strom für die Terrasse denkbar, etwa zur Beleuchtung oder für Musik. Das gesamte Projekt könnte sechs bis neun Monate in Anspruch nehmen und 50 000 Euro kosten, so die erste Schätzung.

Auszeit an der Wupper, den Stadtfluss erleben: Darum geht auch den Aktiven des Vereins Neue Ufer, die sich seit Jahren unter anderem für mehr Zugänge einsetzen. Dajana Meier, Vorsitzende des Vereins, sieht die wachsende Popularität des Flusses auch als erfreuliches Ergebnis des Einsatzes von Neue Ufer. Zum möglichen „Wupperbeach 2.0“ gibt sie zu bedenken, dass das Projekt so, wie beschrieben, womöglich auch auf ein Investoren-Modell hinauslaufen könnte: „Dafür wäre das Bürgerbudget dann nicht mehr das geeignete Vehikel.“

Dass die Wupper beliebt ist, kann auch die Stadt bestätigen. „Die vielen eingereichten Projekte zum Thema Wupper zeigen, wie wichtig den Menschen der Fluss ist“, sagt Franziska Fischer aus dem Ressort Bürgerbeteiligung, bei dem die Themen gesammelt wurden.

Manuel Clauss würde sich freuen, wenn der "Wupperbeach 2.0" verwirklicht würde. Er setzt dabei auf freiwillige Helfer: „Die Bürger könnten die Ufer säubern“, meint er — und natürlich auch mit Vorschlägen zur Umsetzung beitragen.

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