Idee vom "grünen Zoo" wird Wirklichkeit

Idee vom "grünen Zoo" wird Wirklichkeit

Die Bauarbeiten für das Konzept Grüner Zoo haben begonnen. Von 20 Tierarten hat sich der Wuppertaler Zoo bereits getrennt.

Wuppertal. Der Wuppertaler Zoo erfindet sich neu. Ein Jahr, nachdem Zoodirektor Dr. Arne Lawrenz das Konzept „Der grüne Zoo Wuppertal“ vorgestellt hat, wurden die ersten Pläne bereits umgesetzt. So wird gerade das Wolfsgehege mit dem Bärengehege verbunden, und die Vorarbeiten für den Bau des neuen Restaurants an der Elefantenanlage haben begonnen.

Ziel aller Veränderungen ist, die Tierhaltung zu verbessern und neue Attraktionen für die Besucher zu schaffen. Der Zoo will wirtschaftlicher arbeiten, mehr Besucher anlocken und auch besser über die Tiere, deren Lebensraum und die Umweltbedingungen informieren.

„Man kann aber nicht alles haben. Da wir in Zukunft auf einige Tierarten verzichten, eröffnen sich uns viele neue Möglichkeiten in der Haltung anderer Arten“, erklärt Zoodirektor Dr. Arne Lawrenz. So hat sich der Zoo in den vergangenen Monaten bereits von rund 20 Tierarten getrennt. Zum Beispiel wurde die Haltung der Zwergzebus beendet und an gleicher Stelle der Bergische Krüper (Kräher) angesiedelt. Schwarze Panther und Sibirische Luchse wurden an andere Zoos abgegeben. Auszüge gab es auch bei den Aras, Flamingos und Kranichen. „Wir legen großen Wert darauf, dass die Tiere in gute Hände kommen“, versichert Dr. Arne Lawrenz.

Eine Großbaustelle sind die Historischen Zoosäle, in die nach der Sanierung durch das Gebäude- Management der Stadt das Kompetenz- und Bildungszentrum „Carl Fuhlrott“ einziehen soll. Neben einem Zentrum für Tiermedizin sollen dort das Aquarium und die Zooschule untergebracht werden.

Der Umbau der Zoosäle dürfte noch Jahre dauern, andere Projekte können kurzfristig umgesetzt werden. So zum Beispiel die Außenanlage für die Bonobos, die dann auch von den Schimpansen mitgenutzt werden kann. Dieses Projekt hatte noch der frühere Zoodirektor Dr. Ulrich Schürer angestoßen.

Im Wolfsgehege, das durch die Verbindung zur Bärenanlage um ein Neunfaches größer wird, soll ein Rudel von vier oder fünf jungen männlichen Wölfen Ein jungen, männlichen Wölfen angesidelte werden.

Über drei Röhren, durch die nur die Wölfe passen, ist das Revier mit dem der Bären verbunden. „Dies ist ein Projekt des Zoovereins. Um ähnliche Vorhaben umsetzen zu können, sind wir auf Sponsoren angewiesen“, sagt der Biologe Andreas Haeser-Kalthoff.

Das Südamerika-Haus ist ein Beispiel dafür, wie der „Grüne Zoo“ in Zukunft aussehen wird. Dort hangeln sich zwei Faultiere unter dem Dach entlang. Keine Scheibe und kein Gitter trennt sie von den Besuchern. „Das ist eine intensivere Wahrnehmung der Tiere“, sagt Dr. Arne Lawrenz. Und Zookurator André Stadler wartet gespannt darauf, dass bald 40.000 Blattschneider-Ameisen im Südamerika-Haus „ihr Werk“ vor den Augen der Besucher beginnen werden.

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