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Hutmacher: Ein ganz besonderes Café in der Utopiastadt

Logbucheintrag 0.12: Des Hutmachers neue Hüte : Hutmacher: Ein ganz besonderes Café in der Utopiastadt

Phillip Siewert schreibt über seine Erlebnisse in der Kneipe Hutmacher.

Im August 2020 bin ich zum Gastro-Team des Hutmachers gestoßen. Durch die Pandemie habe ich meinen vorherigen Gastro-Job verloren, weil die Clubs ja dicht machen mussten. Auf den Hutmacher bin ich durch einen Instagram-Post aufmerksam geworden. Der Hutmacher ist die Kneipe in Utopiastadt. So was wie das Einfallstor für diesen komplexen Ort – auch, wenn man nicht weiß, was in Utopiastadt alles passiert, hier kann man hinkommen, die Leute vor Ort kennenlernen und vielleicht darüber einen Zugang finden. Was den Hutmacher ausmacht, ist wahrscheinlich, dass hier viele unterschiedliche Leute arbeiten – die zum Teil auch woanders anecken, und die hier einfach erst mal machen und Teil einer offenen Gemeinschaft sein können. Das gilt ja in Utopiastadt für viele Aktivitäten.

Der beste Moment für mich war, als wir dieses Jahr endlich wieder die Außengastronomie aufmachen konnten. Wir haben eine Woche davor unglaublich viel Energie da reingesteckt, weil es ja auch kurzfristig war. Alle waren hier, haben ganz viel gekärchert, Tische entstaubt, Getränkekarten wieder rausgekramt. Und bei der ersten Schicht nach dem Lockdown waren wir alle total erschöpft, aber trotzdem total gut drauf und einfach froh, dass das wieder ging.

Was das Arbeiten im Hutmacher besonders macht, ist, dass Utopiastadt mehr ist, als nur ein Café. Hier passiert noch so viel anderes. Wir haben zum Beispiel im Winter, als die Kneipe dicht war, bei der Sanierung mit angepackt, Beton rausgerissen, Dinge im Gebäude zurückgebaut. Irgendwo kann man auch außerhalb des eigentlichen Jobs immer mit anpacken und dadurch ist jeder Tag in Utopiastadt anders.

Außerdem ist es an der Trasse ganz schön schwer, einen guten Kaffee zu bekommen! Der Kaffee im Hutmacher ist fair gehandelt und stammt inzwischen von der „Talbohne“, der Kaffeerösterei auf dem Utopiastadt-Campus, in nicht mal 200 Meter Entfernung zum Hut. Das Beste und das Schlimmste am Hutmacher ist eigentlich ein und dasselbe – und das gilt vermutlich auch für Utopiastadt insgesamt, weil dort so viel auch ehrenamtlich gestemmt wird: Es passiert immer viel Unerwartetes. Kein Tag gleicht dem anderen. Das ist das Schönste, aber du bist nie vorbereitet, und das ist manchmal stressig.

Ich bleibe nach der Arbeit oft hier und verbringe meinen Feierabend, weil meine Freunde und Bekannten auch alle hier sind oder sich hier treffen. Und hier fast alle ein gutes Verhältnis miteinander haben, per Du sind, gemeinsam anstoßen und zusammensitzen. Das macht es manchmal schwer, Arbeit und Freizeit zu trennen, viel schwieriger als bei anderen Arbeitgebern, bei denen nicht dieser ganze Ort drumherum ist, wo ständig was passiert. Ich bin aber gerne hier, es ist nicht aufgezwungen und ein schönes Ambiente.

Und man kann sich immer von jemandem eine Pommes schnorren.