Hundebesitzer: Der Ärger auf die Stadt wächst

Hundebesitzer: Der Ärger auf die Stadt wächst

Hundehalter beklagen sich über rigide Kontrollen und hohe Steuern. Das stößt bei der Stadt auf Unverständnis.

Wuppertal. Es ist ein sonniger Tag. Auf der Freilaufwiese am Nützenberg genießt eine Handvoll Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern das Frühlingserwachen. Alles in bester Ordnung, könnte man denken. Doch der Eindruck täuscht: Unter Wuppertals Hundebesitzern herrscht Unmut.

Der Grund: Die Stadt Wuppertal hat beschlossen, Hundehalter verstärkt zu kontrollieren. Entsorgungstüten für den Hundekot sollen jetzt zur ständigen Ausrüstung beim Gassigehen gehören. Viele Halter sehen dies nur als weitere Schikane, neben der als zu hoch empfundenen Hundesteuer. "In anderen Städten gibt es Kästen mit kostenlosen Kottüten. Die Stadt Wuppertal scheint davon trotz der hohen Steuern wenig zu halten und verstärkt lieber die Kontrollen" ärgert sich Hannelore Frangiosa, die ihre Hunde auf dem Nützenberg Gassi führt. Ihre Freundin Jana Krell, die sie mit ihrem eigenen Hund begleitet, bekam die Auswirkungen der Steuer schon zu spüren: "Eigentlich wollte ich zusätzlich noch den Hund eines Freundes übernehmen. Aber das wäre einfach zu teuer geworden."

Beide Frauen stehen mit ihrem Ärger nicht allein dar. Rosemarie Roß, die sich unlängst ihren dritten Hund anschaffte, fragt sich: "Mit welchem Recht veranschlagt die Stadt solch hohe Steuern? Man hat langsam das Gefühl, dass die Hundebesitzer die schlechte finanzielle Situation der Stadt ausbaden müssen."

Der Hintergrund für Roß’ Ärger: In Wuppertal kostet ein Hund pro Jahr 114 Euro. Wer zwei Hunde hat, zahlt pro Tier 174 Euro, ab drei Hunden und mehr sind pro Tier sogar 252Euro fällig. Roß sieht darin eine nicht nachvollziehbare Ungerechtigkeit: "Wer mehrere Autos hat, muss beispielsweise nicht solche Aufschläge zahlen." Sie hat sich schon bei der Stadt beschwert, aber keine Antwort erhalten.

Stadtsprecherin Martina Eckermann rechtfertigt diese Steuersätze mit dem Zweck der Hundesteuer: "Es handelt sich um eine Vermeidungssteuer, die das Halten mehrerer Hunde natürlich nicht fördern soll." Im Vergleich mit anderen NRW-Kommunen liege Wuppertal zudem nur im Mittelfeld. Eine Pflicht, die Steuereinnahmen in Belange der Hunde zu investieren, gebe es nicht: "Kommunen haben keine zweckgebundenen Einnahmen." Auch eine Aufstellung von Kottüten im Stadtgebiet sei nicht geplant. Eckermann, selbst Hundehalterin, sagt dazu: "Es dürfte doch kein Problem sein, auf den Spaziergang eine Tüte mitzunehmen."

Rosemarie Roß will trotz allem weiter gegen die Hundesteuer vorgehen. Sie hat bereits begonnen Unterschriften zu sammeln.

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