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Homeoffice wegen Corona im Wuppertaler Hotel statt zu Hause

Corona-Krise : Gästezimmer eignen sich auch für Homeoffice

Weil Gäste ausblieben, suchte die Branche nach anderen Möglichkeiten, die Zimmer zu belegen.

Keine Touristen oder „normale“ Übernachtungsgäste. Kaum Geschäftsleute. Und auch nur wenige Arbeiter auf Montage. Kundschaft fehlte den 41 Wuppertaler Hotelbetrieben in den vergangenen Wochen in allen Bereichen. Kein Wunder also, dass sich die Branche um Alternativen bemühte — und kurzerhand Zimmer zu Homeoffice-Büros umfunktionierte.

Die Idee: Arbeitnehmer, die aufgrund von Corona zu Hause arbeiten müssen, dort aber Schwierigkeiten haben, weil zum Beispiel kein Büro zur Verfügung steht oder Kinder das Arbeiten erschweren, weichen ins Hotel aus.

Doch die Resonanz sei eher mau gewesen, sagt Kristina Nicoli vom Hotel Amical in Heckinghausen. Dabei sei HRS, ein Online-Buchungs-Portal, sogar auf sie zugekommen, habe von einer großen Nachfrage berichtet, auch für Wuppertal. Doch insgesamt habe es nur drei Buchungen für die Homeoffice-Zimmer gegeben, erzählt Nicoli. Für 35 Euro konnten Gäste von 8 bis 18 Uhr in dem für die Arbeit vorbereiteten Räumen arbeiten.

Von den Corona-Einschränkungen sind auch die Appartements am Kleeblatt betroffen, die zum jetzigen Zeitpunkt nur von Gästen mit notwendigem Anlass genutzt werden können. Doch der Elberfelder Betrieb hat eine Übergangslösung anzubieten, mit der die Einbußen zumindest etwas abgefedert werden könnten. Auch hier werden Zimmer nun als Homeoffice vermietet. Joachim Neuerburg, Miteigentümer der Appartements: „Wir können Familien helfen, in denen ein ruhiges Arbeitsumfeld fehlt.“ Werwegen des Virus nicht das Büro nutzen könne, habe hier eine Alternative.

Ein Hotel biete für eine solche Interimslösung gute Voraussetzungen mit wie Schreibtisch, Internet und - wie in den Kleeblatt-Appartements - Küche. Neuerburg rechnet damit, dass die aktuelle Lage noch weiter andauern wird: „Ich glaube, dass Unternehmen ihre Bürokapazitäten weiter gesenkt halten müssen.“ Für bis zu drei Monate können sich Berufstätige mit Bedarf an einem ruhigen Büro deshalb einmieten. „Wir wollen dadurch zunächst eine Kostendeckung erzielen“, erklärt der Hoteleigentümer. „Wir stehen am Anfang.“ Erst seit einer Woche bestehen die Übergangs-Homeoffices. „Wir wollen das Angebot auch machen, um den Bedarf zu wecken, so dass vielleicht einige über diese Alternative nachdenken.“ Dass der eigentliche Zweck des Homeoffice auch im Hotel erfüllt werden kann, daran wird am Kleeblatt nicht gezweifelt. „Arbeiten von zu Hause dient der Kontaktbegrenzung, die ist auch hier gegeben.“