Hoftag an der Schule: Wenn Reiten das Selbstbewusstsein steigert

Hoftag an der Schule: Wenn Reiten das Selbstbewusstsein steigert

Beim spielerischen Umgang mit Pferden haben Kinder im Reitstall Jäger Mut getankt. Auch eine Aufführung haben sie vorbereitet.

Elberfeld. Man hört Hufgeklapper, es riecht nach Pferd. Kinder laufen und rufen aufgeregt über den Hof. Der Tag ist klar und verbreitet gute Laune, nicht nur bei den Kindern. Der Reitstall Jäger und die Fachschule für Wirtschaft des Berufskollegs Elberfeld veranstalten einen Hoftag. Dabei steht ein Projekt der berufstätigen Schülergruppe der Wirtschaftsschule im Mittelpunkt. Das Motto des Projektes: „Therapeutisches Reiten“. Die Idee dieser Projektarbeit ist das integrative Reiten.

Dabei bringen die Betreuer Kinder mit eingeschränkter Entwicklung und normal entwickelte Kinder zusammen und unterrichten sie im spielerischen Umgang mit dem Pferd.

Die kleinen Reiter sind zwischen vier und zwölf Jahren alt. „Die Kinder wirken in jedem Fall entspannter, und auch ihr Selbstbewusstsein steigt enorm“, sagt Anna Lewandowski, die als Schülerin der Wirtschaftsschule zum Organisationsteam des Projektes gehört. Die Schülergruppe arbeitete an drei Sonntagen mit der Erzieherin Daniela Schöneberg und der Reitlehrerin Marion Felbel-Musa zusammen. Sie haben die Kinder auf den Hoftag vorbereitet.

Höhepunkt der Arbeit ist eine Rittergeschichte, die die Kinder in der Reithalle stolz ihren Eltern präsentieren. Die Betreuer haben dafür Teile der Geschichte mit Reitelementen verknüpft, um so die Fantasie der jungen Reiter anzuregen. Als ihre Vorführung vorbei ist, laufen die kleinen Darsteller strahlend aus der Halle. „Es hat mir viel Spaß gemacht“, meint der sechsjährige Laurin Dell’Atti. Auch seine Mutter Andrea ist begeistert von dem Projekt und wünscht sich mehr solcher Angebote: „Es ist eine tolle Erfahrung für die Kinder. So etwas könnte öfter stattfinden.“

„Die Nachfrage ist wahnsinnig groß“, freut sich Antje Schramm. Auch sie ist Schülerin der Wirtschaftsschule und brachte durch ihren Kontakt zum Reitstall Jäger den Stein ins Rollen. Sie organisierte auch den Kontakt zur Erzieherin Schöneberg und Reitlehrerin Felbel-Musa. Das Duo hatte so großen Spaß an dem Projekt, dass es weitere plant. „Wir haben schon jetzt ein Folgeprojekt aufgestellt. Gucken wir mal, was sich so ergibt“, sagt Felbel-Musa.

Der Schwerpunkt soll auch weiterhin auf der Arbeit mit Pferden liegen. Die Betreuer reagieren damit auf die Wünsche der Eltern, wie etwa von Andrea Dell´Atti. Nicht nur sie wird freuen, dass mehr Projekte dieser Art angeboten werden sollen.

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