Hörsaalzentrum wird zum Eingangstor der Universität

Hörsaalzentrum wird zum Eingangstor der Universität

Nach einer turbulenten Bauphase eröffnet die Bergische Universität ihren neuen Audimax.

Wuppertal. 18 Millionen Euro hat der Bau des Hörsaalzentrums am Grifflenberg gekostet. Als wegweisenden Schritt zur weiteren Entwicklung der Bergischen Universität bezeichnete gestern Rektor Lambert T. Koch im Rahmen der Eröffnungsfeier den Umbau der Maschinenhalle zum supermodernen Hörsaal- und Veranstaltungsgebäude K, das mit zwei Hörsälen (780 Plätze im Audimax beziehungsweise 256 im kleineren Saal) sowie neun Seminarräumen zum neuen Herzstück des Campus werden soll.

„Gute Bildung bedarf einer guten Infrastruktur, die Hardware muss mit der Software Schritt halten, denn wir werden bald 15 000 Studierende an der Universität haben“, sagte Lambert T. Koch. Der Rektor sprach von einem freudigen Moment, „der überfällig war“. Im Nebensatz spielte Koch auf zahlreiche Probleme während der Bauphase an, die zur Folge haben, dass das Gebäude erst zum kommenden Wintersemester — also ein Jahr später als vorgesehen — als Ort für Vorlesungen und Seminare eingeplant werden kann.

Zum Blick zurück im Zorn geriet die Eröffnungsfeier trotz der turbulenten Vorgeschichte mit Wetterschäden in zwei harten Wintern und Rechtsstreitigkeiten bei der Auftragsvergabe dennoch nicht. Auch im Festvortrag von Johannes Busmann, Professor für Mediendesign, überwog die Freude über den Zugewinn am Grifflenberg. Johannes Busmann war der erste Dozent, der die neue Technik einsetzen durfte. So zum Beispiel, als er seine Vision, ein Straßenschild mit der Aufschrift “Universitätsstadt Wuppertal“ per Beamer an die Wand warf.

Aus der Entwicklung der Gesamthochschule zur Bergischen Universität leitete Busmann die große Bedeutung des neuen Gebäudekomplexes für die Uni ab. „Es hat bisher keinen Raum gegeben, der die Universität öffentlich gemacht hat. Vorher war da ein Riegel, der hat Besuchern den Eindruck vermittelt: ’Hau hier ab, du bist hier falsch’. Was wir jetzt haben, ist universitär“, sagte Busmann. Zur Universität gehöre Öffentlichkeit, die ein Hörsaal „als Marktplatz der Welt“ zum Austausch von Ideen biete. Rund 500 Gästen erkundeten ausgiebig das Gebäude. Dies hatte Busmann vor Wochen getan, denn der Verlockung einer offenen Tür auf der Baustelle habe er nicht widerstehen können.

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