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Hör ma: Wer hängt denn da kopfüber im Tunnel?

Hör ma: Wer hängt denn da kopfüber im Tunnel?

Jürgen Scheugenpflug ist Wuppertaler Kabarettist und Leiter der Kabarett-Academy. In seinem satirischen Wochen-Rückblick kommentiert er Ereignisse aus dem Stadtleben.

In China gilt die Fledermaus als Symbol für Glück und Gewinn.Doch eine vermutete Population dieser Flughunde stellt sich für dieWuppertal Bewegung als pures Unglück dar. Denn das städtische Umweltamtfordert ein Gutachten für die possierlichen Säugetiere im Tunnel Schee- das lächerliche 30 000 Euro kosten soll. Reinhold Skiba,weltbekannter Fledermauspapst, erbringt die Dienstleistung für schlappe2000 Euro.

Dies ist nicht etwa ein Sonderpreis, sondern der übliche.Haben da die leitenden Mitarbeiter des Umweltamtes, vielleicht starkbenebelt von einigen Kästen "Trassenbier", während derEntscheidungsfindung aus Sympathie mit den Tieren kopfüber an der Deckegehangen?

Oder haben die Entscheidungsträger womöglich gedacht, eshandelt sich dabei um die Kosten einer großartigen Inszenierung dergleichnamigen Operette von Johann Strauß im neuen Opernhaus? Oder istes gar lediglich Missgunst, die die Mitarbeiter des Umweltamtesbeflügelt hat, die wahrlich tolle Aktion der Wuppertal Bewegung derartentgleisen zu lassen? Chefinitiator Carsten Gerhardt jedenfalls weißjetzt Bescheid und sich sicher auch zu wehren.

Nochgerissener sind die Erfinder des Wuppertaler Generationenbündnisses.Weil nämlich die NRW-FDP eine Änderung der Gemeindeordnung

durchsetzte,um selbst zu überleben, bedient sich jetzt das DuoAulenbacher/Grüneberg - genau wie die Wuppertaler Republikaner -schamlos aus dem bekanntlich "randvollen" Stadtsäckel. 100 000 Euro als"Aufwandsentschädigung" pro Jahr kassieren die beiden knallhartenPolitprofis.

Dafür müsste eine alte Frau lange stricken. Aber genau dastut sich die graue Pantherin Christa Aulenbacher, die ihr politischesHandwerk bei einem VHS-Crashkurs im vorigen Jahrhundert erlernt hat,auf die alten Tage nicht mehr an. Ihre Aktivitäten beschränken sichlaut der "bestens gepflegten" Website auf Chorsingen und Tanztee.

Dasist offensichtlich so aufwändig, dass die letzten politischenBetriebsamkeiten aus dem Oktober des Vorjahres resultieren. Seitdemgrübelt sie halbtags darüber nach, wie sie ihre schmale Renteaufbessern könnte.

Als sie sich noch gegen den Gedankenwehrte, zur PDS zu wechseln, traf sie bei einem Spaziergang im Werthzufällig den parteilosen Hobbypolitiker Christoph Grüneberg, der schonin seiner Jugend als Messdiener und Austräger einer Kirchenzeitung amRott von sich reden machte. Dieser war ursprünglich auf seinemgeliebten Klapprad unterwegs, um mit einer Digitalkamera dieSehenswürdigkeiten der Barmer Innenstadt für seine FotodatenbankEuropia.com abzulichten.

In dieser Firma hatte Grüneberg, der offenbarungern allein ist, bereits einschlägige Erfahrungen in "Gruppenbildung"gesammelt und schlug nun bei einem lauwarmen Kamillentee der klammenChrista A. selbiges vor. Natürlich nicht wegen des Geldes, schon aberwegen des Geldes. 100 000 Euro sind halt kein Pappenstiel. Und sostrickten die beiden, die den Christ schon im Vornamen tragen,quietschfidel bei Kerzenschein den lustigen 10-Punkte-Katalog für einbesseres Wuppertal.

Auf die Idee, dass Wegelagerei schon dem bekanntenWuppertaler "Robin Hood" Carl Biebighäuser zum Verhängnis wurde, istdas fotogene Paar noch nicht gekommen. Vielleicht weil der ein edlerRäuber war und seinen Gewinn mit den Armen teilte.

BeimFußball ist Gruppenbildung übrigens strikt verboten und wird mit einergelben Karte geahndet. Hier sollte, nein muss es eine rote sein. Nichtwegen Tätig-, sondern wegen Tätlichkeit. Ich zähle auf Sie, HerrOberbürgermeister. Frohe Ostern!