Historischer Handwerkermarkt Wuppertal weist den Weg ins Mittelalter

Freizeit : Historisches Handwerk weist den Weg zurück ins Mittelalter

Händler zeigen von Freitag bis Sonntag ihre Waffen, Textilien und Speisen auf dem Johannes-Rau-Platz.

. Einen Ausflug ins Mittelalter steht den Besuchern des Johannes-Rau-Platzes in Barmen ab Freitag, 8. März, bevor. Dann nimmt vor dem Rathaus nämlich Reichsgraf Heinrich von Catzenellnbogen das Zepter in die Hand und eröffnet im Beisein von Bürgermeisterin Maria Schürmann den vierten historischen Handwerkermarkt im Bergischen.

„Der Rathausvorplatz wird durch den Aufbau mit historischen Zelten und liebevoll gestalteten Ständen eine optische Zeitreise erfahren“, kündigt Andreas Körber vom Veranstalter Ars Draconis an. Die Besucher sollen beim historischen Handwerkermarkt aber nicht nur zuschauen, sondern sich auch selber einbringen. Etwa beim historischen Karussell, dass mittels Kurbel noch handbetrieben wird und bereits im vergangenen Jahr für reichlich Freude beim „Volk zu Barmen“ sorgte, wie Reichsgraf Heinrich seine Besucher zu nennen pflegt.

„Der Schwerpunkt beim vorführenden Handwerk liegt gemäß der Historie des Bergischen Landes auf der Metallverarbeitung und dem textilen Bereich“, beschreibt Körber. Außer Messer- und Waffenschmied, Schuhmacher und Steinmetz gebe es aber auch andere alte Gewerke und Fertigkeiten zu sehen, darunter Seifensiederei, Riemenschneider und Täschner, Schmuckhändler und Gewandschneiderei. Sogenannte Walking-Acts in historischen Gewändern werden die Besucher des Budenzaubers in das Geschehen mit einbinden und mit „vielseitigen Gaukeleien das Publikum erstaunen und begeistern“, heißt es in der Ankündigung.

Bäcker zeigen ihre
alte Handwerkskunst

Wie das aussieht, zeigte sich bereits im vergangenen Jahr. Da war es für diejenigen Besucher, die schon immer mal selbst Robin Hood spielen wollten, möglich, sich bei „Heinrich dem Bogner“ mit Pfeil und Bogen auseinanderzusetzen. Mit der Armbrust durften die Besucher für einen kleinen Obolus auf den Spuren Wilhelm Tells wandeln oder aber sich von mystischen Wahrsagern die Zukunft voraussagen lassen. Wem diese nicht gefiel, konnte sich stattdessen mit „Koboldfeuer“, „Elfentau“ und anderen fantasievollen Getränken erfreuen. Ein Umstand, der auch in diesem Jahr wieder möglich sein soll, haben doch zahlreiche Aussteller allerlei Kulinarisches im Angebot. Wein aus Beeren, Bier aus Äpfeln und Kirschen, französische Fladen in süß und herzhaft und vieles mehr erwartet die Besucher. Außerdem zeigen Bäcker ihr altes Handwerk „und für zuhause kann man sich dann noch mit süffigen Beerenweinen, Naschwerk und Kräutlein aller Art eindecken“, sagt Andreas Körber. Musikalische Unterhaltung gibt es zur Freude der ISG Barmen-Werth, die den historischen Handwerkermarkt unterstüzt, von Bänkelsängern und Barden, die ohne künstliche Verstärkung ihre Repertoire ausschließlich akustisch darbieten. Red

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