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Hirscheber Kedua hat den Wuppertaler Zoo verlassen

Abschied : Hirscheber Kedua hat den Wuppertaler Zoo verlassen

Das Tier lebt jetzt im Zoo in Antwerpen. Dafür ist das Jungtier Dua Hat noch in Wuppertal zu sehen.

Der Hirscheber Kedua ist vom Wuppertaler Zoo in den Zoo in Antwerpen umgezogen. Er war am 3. März 2021 in Wuppertal geboren worden. Jetzt bildet er in Antwerpen mit drei weiteren männlichen Hirschebern eine sogenannte „Junggesellengruppe“.

In Vorbereitung auf den Transport gewöhnte das Tierpflegeteam des Grünen Zoos bereits seit einigen Wochen Kedua an seine Transportkiste, sodass er am Transporttag selbstständig die Kiste betrat und die Fahrt nach Belgien für ihn mit weniger Stress verbunden war. Zudem begleitete eine ihm vertraute Tierpflegerin den Transport, um die Eingewöhnung im neuen Zuhause zu erleichtern.

Kedua hat sich dort inzwischen gut eingelebt und wurde erfolgreich mit den anderen drei Hirschebern zusammengeführt, berichtet der Zoo. Gemeinsam erkunden die vier jungen Eber die großzügige Anlage, die bei Bedarf unterteilt werden kann, und wälzen sich gerne in der riesigen Schlammsuhle.

Die Abgabe an den Zoo Antwerpen fand im Rahmen des Europäischen Ex-situ-Programms (EEP) statt, das vom Tiergarten Nürnberg koordiniert wird. Nachdem erst im vergangenen Jahr der in Wuppertal geborene Hirscheber Palu als zukünftiges Zuchtmännchen an den Tiergarten Nürnberg vermittelt wurde, konnte der Grüne Zoo das Erhaltungszuchtprogramm nun erneut erfolgreich mit einer Nachzucht unterstützen.

Im Februar dieses Jahres durfte sich der Zoo Wuppertal zudem erneut über Nachwuchs dieser gefährdeten Schweineart freuen. Die kleine Dua Hati entwickelt sich prächtig und ist zusammen mit ihrer Mutter Yala, ihrem Vater Manni und dem Weibchen Franzi regelmäßig auf der Hirscheber-Außenanlage zu sehen.

Lebensraum der Hircheber wird
durch illegales Goldschürfen zerstört

Hirscheber kommen in ihrem natürlichen Lebensraum nur auf der indonesischen Insel Sulawesi sowie einigen vorgelagerten Inseln vor. Ihre Population ist durch die Zerstörung ihres Lebensraumes aufgrund von illegalen Goldschürfungen, Holzeinschlag und Brandrodungen sowie durch Wilderei stark zurückgegangen. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art auf ihrer Roten Liste als gefährdet ein. Gemeinsam mit seinem Förderverein, dem Zoo-Verein Wuppertal e.V., setzt sich der Grüne Zoo für den Schutz der Hirscheber in ihrem natürlichen Lebensraum ein. So unterstützt der Zoo-Verein ein Projekt der ZGAP (Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V.) zum Erhalt der Hirscheberpopulation im Nantu-Regenwald, einem der letzten Rückzugsgebiete, in dem Hirscheber und andere endemische Arten eine Zuflucht finden. Nantu ist mit einer Größe von 62000 Hektar eines der wenigen unberührten Waldgebiete Sulawesis.