Hier bleiben in Wuppertal Linien-Busse stecken

Hier bleiben in Wuppertal Linien-Busse stecken

In einem Wohnviertel in Wuppertal geht es für Busfahrer oftmals um jeden Zentimeter. Manchmal kommen sie überhaupt nicht mehr weiter.

Ölberg. Der Bus der Linie 643 biegt um die Kurve der Reitbahnstraße oberhalb von St. Josef und verlangsamt auf Schrittgeschwindigkeit. Ruckelnd geht es weiter, zu den links und rechts parkenden Autos beträgt der Abstand nur wenige Zentimeter. Bei den meisten Wagen sind die Außenspiegel wohlweislich eingeklappt. Zusatzschwierigkeit für den WSW-Fahrer heute: Auf dem Ölberg ist Sperrmüll, so gerade eben passt der hohe rechte Außenspiegel des Busses über einen abgestellten Schrank. Etliche kritische Blicke verfolgen das Manöver.

Vertreter der Bezirksvertretung, der WSW, des Ordnungsamtes und des Bürgervereins haben sich zum Ortstermin getroffen. Losgegangen sind sie am Otto-Böhne-Platz und dann der Streckenführung der Linie 643 gefolgt. Sie schauen sich die besonders kritischen Stellen an und überlegen, wie man die Situation eventuell verbessern könnte. Klaus Bamberger von der Fahrmeisterei der WSW: „Allein hier in der Reitbahnstraße ist der Bus 2016 30 mal stecken geblieben.“

Über eine Stunde kann es dann dauern, bis ein lässig geparktes oder etwas breiteres Fahrzeug weggesetzt wird. Lieferverkehr oder Umzüge führen ebenfalls zu Komplikationen. Dass einseitiges Parken angesichts der Parkplatznot auf dem Ölberg keine Lösung ist, da sind sich alle in der Gruppe einig. Ein Transparent am Zaun von St. Josef wird ins Auge gefasst, dass die Fahrer bittet, die Parkbreite einzuhalten, damit der Bus durchkommt. Sicher würde sich auch die Müllabfuhr freuen. Und alle, die im akuten Fall auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen sind.

Regeln seien das eine, sie müssten aber auch eingehalten werden, sagt Holger Stephan, Pressesprecher der WSW. Petra Schick, Teamleiterin Politessen beim Ordnungsamt: „Wir sind zwei- bis dreimal am Tag hier oben.“

Ein anderer Schwerpunkt: die Ecke Hombüchel/Schusterstraße. Bamberger: „Hier gab es mehrere Unfälle. Die Strecke verzeiht keine Unkonzentriertheit. Neuansetzen heißt, es gibt Probleme.“ Wieder kommt ein Bus, die Gruppe muss zur Seite, der Bus streift über den Bürgersteig. „Hier geht es um Zentimeter“, sagt Bamberger. Sonst streift das Heck des Busses parkende Autos. „Da ist der Bus wie der Elefant im Porzellanladen.“ Rechts gibt es schon eine schraffierte Fläche. Eine Verlängerung um einen oder eineinhalb Meter würde schon helfen, so Bamberger. Was aber auch heißt: ein Parkplatz weniger. Das aber halten die Bezirksvertreter an dieser Stelle für vertretbar.

Eine weitere schraffierte Fläche können sie sich am Schusterplatz, Ecke Charlottenstraße vorstellen, ein weiterer neuralgischer Punkt für die Busse. Thomas Kring, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung: „Es ist die Unbestimmtheit, die das Busfahren hier erschwert.“

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