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Herzogstraße: Spanisch-Mexikanischer Zuwachs für die Gastromeile

Stadtentwicklung : Neue Gastronomie ersetzt den Handel an der Herzogstraße

Bald gibt es Spanisch-Mexikanische Küche. Auch ein Café steht in den Startlöchern. Der Umbau im Sticher-Haus läuft ebenfalls.

Das Schuhhaus Romano an der Herzogstraße ist Geschichte. Ebenso der Discounter nebenan. Und auch WMF im Sticher-Haus ist seit längerem ausgezogen. Nachfolger stehen in den Startlöchern – statt Handel gibt es zukünftig Gastro. Bereits bekannt war, dass dort, wo früher Schuhe verkauft wurden, ein Café einziehen wird. Der Umbau läuft. Ebenso ein paar Häuser weiter, wo der Betreiber des „Franziskaner“ im Centro Oberhausen bald mit einem neuen Konzept an den Start gehen will. Und auch dazwischen gibt es Zuwachs für die Gastromeile: Die Los Boleros Systemgastronomie GmbH wird in der Herzogstraße 32 zukünftig Spanisch-Mexikanische Küche anbieten.

Investor ist ein Bonner, allerdings mit Bezug nach Wuppertal. Er freut sich auf den Start auf gut 500 Quadratmetern. Tapas und Enchiladas, Wein und Cocktails – so eine Mischung gebe es noch nicht. Aktuell warte er auf die Baugenehmigung, erzählt der 53-Jährige beim Rundgang mit der WZ. „Dann wird der Umbau losgehen.“ Corona habe die Planungen etwas verzögert.

Ein Hingucker werde die Bar, ist er überzeugt. Es werde aber ein echter Restaurantbetrieb. Der Name? „Noch ein Geheimnis“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Vor der Eröffnung werden die Gebäude aufwendig saniert

Etwas bedeckt hält sich auch noch Jana Meyer, Sprecherin für den „Franziskaner“-Betreiber, der seinen Sitz in Oldenburg hat. Anders als immer wieder kolportiert, werde das neue Lokal im ehemaligen Sticher-Haus aber nicht „Franziskaner“ heißen und auch das Konzept ein anderes sein als im Oberhausener Centro. Es werde eine Überraschung, verspricht Meyer und auch sie sagt: „So etwas gibt es hier noch nicht.“ Wann es los geht, verrät sie nicht. „Erst vier Wochen vor dem Eröffnungstermin.“ Optisch verändert hat sich von außen das ehemalige Schuhhaus Romano. Als Pächter wird ein Café dort eröffnen. Möglicherweise schon in drei, vier Monaten, schätzt der Eigentümer, die Wuppertaler Firma Scheu Immobilien, der auch die Herzogstraße 32 gehört. Beide Häuser seien aufwendig saniert worden.

Dreimal Gastro also statt dreimal Handel – nicht alle finden das gut. Bei WZ-Befragungen melden sich regelmäßig Leser, aber auch Vertreter der Geschäftswelt, die den Wandel der Herzogstraße kritisieren. Von Verdrängung des Einzelhandels ist die Rede. Der Chef von Scheu Immobilien kann das nicht nachvollziehen. Die Objekte seien länger am Markt gewesen. „Ich habe auch zig Leute aus dem Handel angesprochen. Aber niemand wollte“, erzählt er. Sein Unternehmen sei bundesweit tätig. Auch in anderen Städten gebe es eine ähnliche Entwicklung. Und Gastro geballt an einem Ort sei positiv, sagt er, und verweist auf das „Bermuda-Dreieck“ in Bochum.

Unterschiedliche Angebote seien wichtig. Das bestätigt der Investor hinter der Los Boleros GmbH. „Es ist dann keine Konkurrenz.“ Die Gäste gehen einmal hier hin, einmal dahin, genießen die Abwechslung.

Kasinostraße bildet
eine natürliche Grenze

Auch Marco Trienes von der Städtischen Wirtschaftsförderung will nicht von einer Verdrängung des Einzelhandels sprechen. „Es ist eher eine Neuorientierung.“ An der Herzogstraße besetzen die Systemgastronomien Leerstände. Und insgesamt gesehen biete die Elberfelder City immer noch einen guten Mix.

Elberfelds Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius (SPD) hatte sich ebenfalls entspannt gezeigt, als ihn die WZ Ende des vergangenen Jahres auf das Thema ansprach. „Auf die Art geschäftlicher Ansiedlungen hat die Politik nur in Bezug auf Spielhallen und Wettbüros Einfluss. Aber Gastronomie ist mir lieber als Leerstände. Und wenn die Lokale und Gaststätten nicht mehr zurechtkommen, dann schließen sie wieder. Das ist Marktwirtschaft.“ Auffallend sei, dass die Kasinostraße praktisch eine natürliche Grenze zwischen der Gastromeile, die besonders im westlichen Teil der Herzogstraße ausgeprägt ist, und dem Luisenviertel, dem Kneipenviertel, bildet. „Das sind unterschiedliche Zielgruppen“, sagt Trienes. Systemgastronomie suche man eher vergeblich an der Luisenstraße. Hans im Glück, L’Osteria & Co. siedelten sich dann doch eher unter „ihresgleichen“ an der Herzogstraße an.