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Herbstkirmes in Wuppertal: Schausteller ziehen eine positive Bilanz

Carnaper Platz : Kirmes unter Coronabedingungen: Die Schausteller ziehen Bilanz

Die 17-tägige Kirmes auf dem Carnaper Platz in Wuppertal geht am Sonntag zu Ende. Die Schausteller ziehen eine durchaus positive Bilanz.

„Wenn man nichts hat, ist wenig schon viel.“ Rolf Fuhrmann, der Vorsitzende des Schausteller-Vereins Wuppertal, formuliert es philosophisch und charakterisiert damit die momentane Situation der Kollegen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, anderen Menschen Freude und Zerstreuung zu bringen. Derzeit auf dem Carnaper Platz in Barmen, wo die 17-tägige Herbstkirmes am Sonntag, 25. Oktober, um 22 Uhr endet und nur unter strengen Auflagen stattfinden kann.

„Wir sind froh, dass wir überhaupt hier sein können“, sagt Fuhrmann auch im Namen der anderen rund 35 Schausteller, die sich untereinander solidarisch zeigen. Es sollte nicht einer mit vielen Geschäften hier vertreten sein, sondern möglichst viele die Möglichkeit haben, etwas zu verdienen. „Das ist vielleicht in diesem Jahr die letzte Gelegenheit, für Einnahmen zu sorgen“, meint auch Michael Petersen, Pressesprecher des Schausteller-Vereins, und macht sich Sorgen um die Zukunft der Branche. „Einige werden den Winter finanziell nicht überleben“, prognostiziert Petersen düster. Und Rolf Fuhrmann, Inhaber des Getränkestandes „Braukessel“, bestätigt: „Wir sind meist kleine Familienbetriebe, die keine großen finanziellen Polster bilden konnten.“

Da dürfte auch die Herbstkirmes keine Bargeldfluten in die Kassen spülen. „Eine Person ist auf 14 Quadratmetern zugelassen. Das machte für den Carnaper Platz 500 Besucher als Limit aus“, so Petersen. Und das wird seitens der Schausteller auch akribisch kontrolliert. Am Eingang gibt es eine namentliche Personenkontrolle mit Eintrag der Kontaktdaten und die Pflicht zur Desinfektion. „Die Menschen haben sich inzwischen daran gewöhnt und nehmen es gelassen hin“, sagt Abdul Kadir Dinmer von Kreiskott-Security. „Da gibt es überhaupt keine Probleme.“

An den Wochenenden ­kamen bis zu 500 Besucher

Und wie liefen die Geschäfte zu Corona-Zeiten? „Die Wochenenden waren sehr gut. Da haben wir die erlaubten 500 Besucher mehrfach erreicht“, verrät Michael Petersen, und auch seitens der Schausteller wird bestätigt, dass der Mittwoch, der Familientag, annehmbare Umsätze brachte. „Klar könnte es etwas mehr sein, aber wir wollen nicht meckern“, sagt Philipp Broel, der die „Kirmes-Grundnahrungsmittel“ - gebrannte Mandeln und Zuckerwatte - anbietet. Und Sascha Tippelt, der den „Hollywood Star“, ein sich schnell drehendes, schräg liegendes Riesenrad betreibt und erstmals in Wuppertal ist, stellt der Kundschaft ein vorzügliches Zeugnis aus. „Toll, wie diszipliniert die Leute hier sind“, sagt er. Die Umsätze seien „ganz okay“.

Disziplin erwartet auch Marc Südhoff vom „Break dance“, wo sich viele offene Gondeln in atemberaubender Geschwindigkeit im Disco-Nebel drehen und dazu noch jeweils in sich rotieren. Ist der Betrieb in den frühen Nachmittagsstunden überschaubar, so nimmt der im Laufe des Nachmittags zu und endet um 22 Uhr.

Dass die Umsätze angesichts der begrenzten Besucherzahlen und der ohnehin vorhandenen Zurückhaltung der vorsichtigen Bevölkerung eher bescheiden ausfallen, ist nachvollziehbar. Doch absolute Begeisterung herrscht bei den Kennern des Carnaper Platzes über die neue Bepflasterung. „Wegen der Kraterlandschaft und den riesigen Pfützen auf dem Gelände sind wir ja drei Jahre weggeblieben. Aber dieser neue Untergrund ist einfach super“, lobt Rolf Fuhrmann, dessen Urgroßvater schon ein Karussell auf dem Carnaper Platz betrieben hat. Fuhrmann weiß, dass der Carnaper Platz beinahe für einen WSW-Neubau geopfert werden sollte. „Das haben wir Bezirksbürgermeister Hans Hermann Lücke und Karl-Heinz Emde vom Rotter Bürgerverein zu verdanken, dass wir überhaupt noch hier veranstalten können.“