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Helios-Mitarbeiter protestieren mit Flashmob in City Arkaden

Helios-Mitarbeiter protestieren mit Flashmob in City Arkaden

Die Beschäftigten beklagen eine zu hohe Arbeitsbelastung und fordern mehr Fachpersonal in der Pflege.

Wuppertal. Wer sich am Samstag über rund 100 Menschen, die mit OP-Hauben auf dem Kopf und umgebundenem Mundschutz ziemlich erschöpft den Boden der Elberfelder City Arkaden bevölkert haben, der ist mitten rein gestolpert in den Protest-Flashmob der Mitarbeiter des Barmer Helios-Klinikums. Auf den T-Shirts der Demonstranten prangten zudem Sätze wie: „Wir sind am Boden!“ oder „Wir können nicht mehr!“ sowie „Wir sind vor dem Burnout!“Manche hielten Schilder in die Höhe, auf denen die Mitarbeiter konstatieren: „Die Pflege ist am Ende.“

Hintergrund der öffentlichwirksamen Protestaktion sei die hohe Arbeitsbelastung der Beschäftigten in der Pflege und die damit verbundene Forderung nach mehr Fachpersonal. Die Beschäftigten würden unter hohem und weiter wachsendem Arbeitsdruck leiden, erklärt Gewerkschaftssekretärin Silke Iffländer. „Es stimmt in diesem System grundsätzlich etwas nicht, wenn es im Gesundheitswesen anstelle einer besseren Patientenversorgung und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten nur um Wettbewerb der Preise, Lohndumping und Outsourcing geht.“, sagt Iffländer.

Die von den Helios-Mitarbeitern beklagten Folgen seien, dass Patienten immer öfter nur unzureichend versorgt werden könnten. So steige auch die Zahl der Gefährdungsanzeigen durch die Mitarbeiter, sagt Iffländer. Auch die Ausbildung würde leiden, „weil die Ausbilder immer weniger Zeit für eine sach- und fachgerechte Anleitung haben.“

Zudem erkrankten die Beschäftigten immer häufiger selbst — aufgrund der belastenden Arbeitsumstände. „Ihre Burnout-Rate liegt weit höher als im Durchschnitt der Erwerbstätigen“, berichtet die Gewerkschaftssekretärin. Die Arbeitsbedingungen seien zudem abschreckend für den Nachwuchs und der Kostensenkungsdruck sowie der Wettbewerb aus dem Ruder gelaufen.

Wie Iffländer weiter erklärt, fehlen nach Erhebungen durch die Gewerkschaft Verdi derzeit rund 162 000 Stellen in deutschen Krankenhäusern, davon allein 70 000 in der Pflege.