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„Heimat shoppen“ betont die Bedeutung des Einzelhandels in Wuppertal

Aktion : „Heimat shoppen“ betont die Bedeutung des Einzelhandels

Aktionstage zeigen am Wochenende, dass Stadtteilzentren ein wichtiger Standortfaktor sind.

Die deutschlandweite Imagekampagne der Industrie- und Handelskammern „Heimat shoppen“ hält zum dritten Mal Einzug ins Bergische Land. Wuppertal, Solingen und Remscheid machen an den bundesweiten Aktionstagen am Freitag und Samstag, 11. und 12. September, mit. In Wuppertal sind Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen der Stadtteile Elberfeld, Barmen, Vohwinkel, Ronsdorf und Cronenberg vertreten. Sonderrabatte, Gewinnspiele, aber beispielsweise auch musikalische Beiträge wie die Aktion mit Schülern der Bergischen Musikschule „Das Viertel klingt“ im Luisenviertel sind geplant.

„Es geht darum, uns als Stadtgesellschaft über die Bedeutung unserer Stadtzentren klarzuwerden – nicht nur für einzelne Unternehmer oder Händler, sondern für uns Bürger, für uns alle“, benennt Daria Stottrop von der Bergischen IHK die Intention der Kampagne. Die Stadt(teil)zentren als wichtiger Attraktivitätsfaktor – mehr als 150 Unternehmer aus lokaler Gastronomie, Einzelhandel oder Dienstleistung beteiligen sich, um dies nach außen hin zu zeigen. Der Einkaufsbummel, Friseurbesuch oder ein gemütlicher Kaffee in der Stadt fielen beim Lockdown weg – und damit auch ein Stück weit Lebensgefühl. Service, die persönliche Beratung, die Individualität, das Besondere des stationären Handels müssen daher laut Marco Trienes von der Wirtschaftsförderung Wuppertal hervorgehoben werden. „Es ist ein sozialer Vorgang“, bezeichnet er den Einkaufsbummel in die Stadt, der auf Begegnungen und Austausch mit Menschen basiert.

Aktuell sei festzustellen, dass die Leute nicht viel Flanieren, sondern eher gezielt einkaufen – andere weichen auf den Onlinehandel aus. Doch: „Es ist möglich, Artikel telefonisch zu reservieren und zu einer weniger stark besuchten Uhrzeit abzuholen“, nennt Stottrop eine Möglichkeit, trotz Corona-Maßnahmen den regionalen Handel zu stärken.

Einzelhandel muss Kunden ein sicheres Gefühl geben

Kunden ein sicheres Gefühl geben: „Das hat aktuell besondere Relevanz, ist aber immer wichtig“, sagt Trienes im Hinblick auf Faktoren, wie die Attraktivität einer Stadt wie Wuppertal gefördert werden könne. Sichere, gepflegte und saubere Plätze, auf denen sich Bürger gerne aufhalten, seien ein Aspekt. Ein weiteres Kriterium, das Arno Minas, Dezernent für Wirtschaft und Arbeit, Stadtentwicklung und Städtebau, Klimaschutz sowie Bauen und Recht, herausstellte, ist der Besatz des Einzelhandels. Vielfalt und Individualität spielten hier eine zentrale Rolle, um auch die Kaufkraft zu fördern.

Sich ganzheitliche Gedanken über die Quartiere machen, sei deshalb wichtig. Eine übergeordnete Position käme den Werbe- und Interessen-, und insbesondere Immobilien- und Standortgemeinschaften zu, die sich der Aufgabe widmeten, Leerstände zu vermeiden, das Angebot des Einzelhandels zu steuern und optische Neuerungen in den Vierteln wie moderne Beleuchtungskonzepte anzugehen.

Was es ebenfalls brauche, seien Veranstaltungen. „Das ist angesichts der Coronamaßnahmen ein Thema für die Zukunft“, räumte Dr. Trienes ein. „Der Einzelhandel allein generiert die Frequenz aber nicht, er braucht Frequenz, die durch andere Anlässe erzeugt werden“, sagt er.

Um die Wahrnehmung des Einzelhandels zu stärken und diesem Wertschätzung entgegenzubringen, bilde „Heimat shoppen“ eine Maßnahme, stellt Minas fest. Aktionen wie diese sind für den stationären Handel aufgrund des konkurrierenden Onlinehandels und der Beschränkungen durch Corona wichtiger denn je.

Die Bedeutung auf regionaler Ebene hebt Stottrop ausdrücklich hervor: „Es sind Unternehmen, die sich unvergleichbar für den Standort engagieren, als Arbeitgeber oder als Ausbilder“, macht sie deutlich. Sie unterstützen Vereine vor Ort, betätigen sich ehrenamtlich, fördern als Ausbilder die junge Generation und ermöglichen berufliche Perspektiven, ebenso zahlen die Händler Gewerbesteuer, die der Region zu Gute kommt. „Sie beleben den Standort“, sagt Stottrop.