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Heckinghausen: 2021 soll das Kurdische Kulturzentrum Wuppertal stehen

Stadtentwicklung : Wuppertal-Heckinghausen: 2021 soll das Kurdische Kulturzentrum stehen

Hochbauarbeiten sollen bald starten. Zusätzliche Parkplätze sind geplant.

Den Baufortschritt gibt es regelmäßig bei Facebook zu sehen. Auf seiner Seite postet Kamal Salleh, Vorsitzender des Kurdischen Kulturvereins, Selfies und Videos von den Arbeiten rund um das neue Kulturzentrum an der Feuerstraße 2 (Ecke Widukindstraße), wo früher die Gaststätte „Zum Zollplatz“ stand. „Auch für die Sponsoren“, sagt Salleh. Für die, die schon gespendet haben, und potenzielle neue. „Ein paar brauchen wir noch“, sagt er schmunzelnd. Mit rund 800 000 Euro Gesamtkosten rechnet der Verein. Die Tiefbauarbeiten seien im Prinzip abgeschlossen, der Hochbau soll in Kürze starten. „Der Kran steht schon.“ Ein Jahr Bauzeit sei geplant, so der Vorsitzende.

Ein Großprojekt für den Verein mit seinen gut 40 Mitgliedern und der weitaus größeren Gemeinde. Aktuell ist noch eine ehemalige Gaststätte an der Werléstraße Treffpunkt für die Kurden. Doch das Vereinshaus ist in die Jahre gekommen und vor allem zu klein. „Deshalb gab es schon lange die Idee für einen Neubau“, erzählt Salleh. Der Verein, der Mitglied des Interessensverbandes Wuppertaler Moscheen ist, kaufte das Eckgrundstück und ein weiteres ein paar Meter weiter.

Gemeinde will weg vom Image
der Moschee im Hinterhof

Der Kran für die Hochbauarbeiten am geplanten Kurdischen Zentrum an der Feuerstraße ist bereits aufgestellt worden. Foto: Schwartz, Anna (as)

„Für Parkplätze“, erläutert der Vorsitzende. Auch dort ist die alte Bebauung, unter anderem Garagen, verschwunden. Auflage der Stadt seien zehn Stellplätze gewesen. Platz wäre dort sogar für mehr, sagt Salleh, der aber schon bei der öffentlichen Vorstellung der Pläne vor zweieinhalb Jahren erklärte, dass ein großer Teil der Teilnehmer etwa beim Freitagsgebet zu Fuß oder mit dem ÖPNV komme.

An die Präsentation im – mittlerweile abgerissenen – Stadtteiltreff Heckinghausen kann sich auch Bezirksbürgermeister Christoph Brüssermann (CDU) noch gut erinnern. „Das kam positiv an.“ Man wolle sichtbar im Stadtteil sein, weg vom Image „einer Moschee im Hinterhof“, hatten die Verantwortlichen damals erklärt. Brüssermann ist überzeugt, dass das Kulturzentrum „die Ecke dort aufwertet“. Die alte Gaststätte stand lange leer, der Neubau, so das Urteil der meisten Anwesenden damals im Stadtteiltreff, füge sich ein.

Viergeschossig wird er werden. Im Erdgeschoss sei ein großer Mehrzweckraum (180 Quadratmeter) vorgesehen. Ein begrünter Innenhof mit Wasserspiel werde angelegt. Die Gebetsräume befinden sich im ersten (Männer) und zweiten Obergeschoss (Frauen) und werden an der Außenfassade farblich hervorgehoben, hatte Architekt Hussam Abdel-Hamid dem Publikum erläutert. „An den Plänen hat sich auch nichts mehr geändert“, erklärt Salleh.

Im dritten Obergeschoss werden Schulungs- und Seminarräume eingerichtet, sowie Platz für Technik und Verwaltung geschaffen. Das Flachdach werde begrünt. Von einer bewusst „deutschen Architektur“ war bei der Präsentation die Rede. Zwar wird es ein Minarett geben, aber das habe nur symbolische Bedeutung, so Salleh.

Christoph Brüssermann ist gespannt, „wann es los geht“. Ursprünglich, so die Ankündigung Anfang 2018, sollte der Bau Ende vergangenen Jahres abgeschlossen sein. Zu optimistisch, räumt Kammal Salleh heute ein. Lange sei zum Beispiel die Verkehrssituation ein Thema gewesen. Anwohner befürchten eine Zunahme der Autos in dem Bereich, doch laut Verein gebe es gar nicht so häufig Veranstaltungen. „Und außerdem sorgen wir ja eben auch für Parkplätze“, sagt Salleh.