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Hawala-Banking und Terrorismus: Große Razzia in Wuppertal, Krefeld und Düsseldorf

Nächtlicher Zugriff : Hawala-Banking und Terrorismus: Große Razzia in Wuppertal, Krefeld und Düsseldorf

In Wuppertal, Krefeld und Düsseldorf hat es am Mittwochmorgen eine große Razzia gegeben. Es kam zu mehreren Festnahmen. Einer der Verdächtigen soll ein Terrorist sein.

In Wuppertal hat es am 6. Oktober eine große Razzia gegeben, teilte die Polizei mit. Elf Personen wurden festgenommen. Gegen sie lagen bereits Haftbefehle vor.

Der Zugriff war laut Polizei um kurz vor 4 Uhr in der Nacht. Durchsuchungen fanden insgesamt in rund 80 Häusern, Wohnungen und Geschäftsräumen statt, darunter sechs Gebäude in Wuppertal. Auch in Düsseldorf und Krefeld sollen einige Gebäude überprüft worden sein. 

Bislang konnten laut Polizei „umfangreiche Beweismittel und nicht unerhebliche Vermögenswerte im Gesamtwert von über 2 Millionen Euro gesichert werden, darunter Luxusautos, hochwertige Uhren, Gold und Schmuck“.

Gegen einen 39-jährigen Verdächtigen aus NRW wurde zudem ein Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vollstreckt. Er soll sich im Jahr 2013 in Syrien der ausländischen terroristischen Vereinigung „Jabhat al-Nusra“ angeschlossen und einen Kampfverband angeführt zu haben. 

Die Maßnahmen richteten sich gegen insgesamt 67 mutmaßliche Mitglieder eines seit dem Jahr 2016 international agierenden Netzwerks. Im Rahmen eines weit verzweigten Geflechts von Waren- und Geldflüssen sollen sie unerlaubte Zahlungsdienste erbracht und Gelder aus Straftaten gewaschen haben, teilte die Polizei am Vormittag mit.

Nach vorläufiger Schätzung beträgt das Transaktionsvolumen im Ermittlungszeitraum etwa 140 Millionen Euro. Zudem wird den Verdächtigen vorgeworfen, zu Unrecht Sozialleistungen zu beziehen, sozialversicherungsrechtlichen und steuerlichen Pflichten nicht nachzukommen und sich bei der Verschleierung gegenseitig zu helfen. Die Täter sollen außerdem hinter bewaffneten Raubüberfallen und Geiselnahmen stecken, die dazu dienten, Geld zu kassieren. 

Schon 2019 gab es ähnliche Ermittlungen zum Hawala-Banking. Damals arbeiteten Innen-, Finanz- und Justizministerium in einer Taskforce zusammen, um den kriminellen Machenschaften auf die Spur zu kommen.

An der Razzia waren etwa 1000 Einsatzkräfte der Polizei, der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft beteiligt. Auch Spezialkräfte sowie Drogen- und Geldspürhunde waren im Einsatz. Durchsuchungen fanden auch in Bergisch Gladbach, Bochum, Bottrop, Bremerhaven, Castrop-Rauxel, Dortmund, Erkelenz, Essen, Geilenkirchen, Gelsenkirchen, Hannover, Heinsberg, Hückelhoven, Köln, Mönchengladbach, Neuss, Olfen, Schwerte und Viersen statt. 

(red)