Haus und Grund: Sanierung hat Vorrang

Haus und Grund: Sanierung hat Vorrang

Verein regt bei Hauptversammlung Investitionen in altersgerechtes Wohnen an.

Oberbarmen/Elberfeld. Ungebremsten Mitgliederzuwachs meldete Hermann-Josef Richter, Vorsitzender von „Haus & Grund Wuppertal“, als sich der Eigentümerverein am Dienstag zur Jahreshauptversammlung im Haus der Concordia traf. 120 der inzwischen rund 3500 Mitglieder nahmen an der Sitzung teil — ein Ergebnis, das zugleich vermuten lässt, dass hier und dort der Schuh drückt. Richter sprach einige der Probleme an, darunter vor allem die Anhebung der Steuerlast. Zugleich werde auf breiter Ebene eine Mietsenkung gefordert, doch handele es sich bei den vermeintlich hohen Mietpreisen zu 40 Prozent um Nebenkosten.

Diese Situation erschwere es den Eigentümern, in ihre Immobilien zu investieren. Dabei sei dies dringend erforderlich, da das Durchschnittsalter der Bevölkerung steige und deshalb der Ruf nach altersgerechtem Wohnen immer lauter werde. Immerhin seien schon jetzt 21 Prozent der Wuppertaler über 60 Jahre alt, Tendenz steigend.

Wichtiger als die Förderung neuer Wohnbauprojekte sei die Sanierung im Bestand. Hier sehe er Handlungsbedarf bei der Politik, sagte Richter. Als Modell für das dringend sanierungsbedürftige Oberbarmen führte er den Umbau der Elberfelder Nordstadt an. Damit dies gelingen könne, müsse auf private Eigentümer gesetzt werden statt auf anonyme Wohnungsbaugesellschaften, die nur an kurzfristigen Profit dächten.

Formalie am Rande der Versammlung: Der Vorstand wurde wiedergewählt. gör

Mehr von Westdeutsche Zeitung