Haus Müngsten: Ärger ums dringende Bedürfnis

Haus Müngsten: Ärger ums dringende Bedürfnis

Ein Kellner verweigerte einem Wuppertaler Jungen (5) die Toilettenbenutzung.

Wuppertal/Solingen. "Die Benutzung der Toiletten ist leider nur für Gäste." So oder so ähnlich speiste der Kellner am Haus Müngsten den fünfjährigen Fabian und seine Mutter ab, als dieser dringend auf die Toilette musste. Die Familie machte einen Ausflug in den Brückenpark, bis Fabian dann eben mal musste. "Das öffentliche WC im Park war nicht gepflegt und ich wollte meinem Sohn das einfach nicht zumuten ", sagt Fabians Mutter Ute Mecklenburg.

Im Haus Müngsten sei sie von dem Kellner direkt abgefangen worden. "Ich schilderte ihm unser Problem und erzählte auch, dass Fabian bereits Bauchschmerzen hatte." Ute Mecklenburg war sogar bereit, sich einen Kaffee zu bestellen, um ihrem Sohn den Toilettengang zu ermöglichen. Als sie und ihr Sohn sich erst auf die Terrasse setzen und auf den Service warten sollten, bevor sie die Toilette aufsuchen durften, verließ sie empört das Lokal.

Im Gespräch mit der WZ bezieht Josef Neumann, SPD-Landtagsabgeordneter und Geschäftsführer der Integra GmbH Solingen (sie betreibt das Restaurant) klar Stellung. "Als ich davon erfahren habe, habe ich direkt personelle Konsequenzen gezogen." Der Kellner arbeite nicht mehr für das Haus.

Der Vorfall ist für Neumann inakzeptabel. Es habe niemals eine Weisung gegeben, jemandem den Toilettengang zu verweigern. Das Haus Müngsten verfüge sogar über zwei Eingänge, so dass man die Toilette auch benutzen könne, ohne Gast im Restaurant gewesen zu sein. "In den Brückenpark kommen unzählige Besucher", sagt Neumann. Und die dürften auch alle die Toilette benutzen, so sie denn müssten.

Für das Haus Müngsten, das erst seit gut zwei Monaten geöffnet hat, ist der Ansturm auf ihre Toiletten noch ungewohnt. Die Toilettenbenutzung im Haus ist bis jetzt für alle Besucher gratis, eine Gebühr schließt Neumann aber nicht mehr aus. Schließlich ist auch der Betrieb einer gepflegten Toilette mit höheren Kosten verbunden. Das Erlebnis des kleinen Fabian bedauert er. "Es gab überhaupt keinen Grund so zu handeln."

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