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Hatzfeld: Fleing tritt im Bürgerverein kürzer

Engagement : Hatzfeld: Herbert Fleing tritt im Bürgerverein kürzer

Nach 19 Jahren an der Spitze gibt der Vorsitzende seinen Posten ab. „Atti“ Reinartz übernimmt.

. Ein Nachfolger steht bereits fest. Das betont Herbert Fleing im Gespräch mehrfach. Und er ziehe sich ja auch nicht ganz zurück. Doch nach 19 Jahren an der Spitze des Hatzfelder Bürgervereins ist jetzt Schluss. Der 74-Jährige tritt in der Jahreshauptversammlung am kommenden Dienstag zurück, sozusagen ins zweite Glied. Er tauscht — wenn die Mitglieder zustimmen — mit seinem bisherigen Stellvertreter „Atti“ Reinartz den Posten. Fleing nennt es einen „freundschaftlichen Generationenwechsel“. Reinartz, in Wuppertal vor allem auch als Musiker bekannt, ist gute zehn Jahre jünger.

Die administrativen Aufgaben im Verein, die viel Zeit gefressen hätten, sei er jetzt los, erklärt Fleing, der noch bis Ende des vergangenen Jahres als Handelsvertreter in der Maler- und Baumarktbranche arbeitete. Deshalb sei er froh, dass sich ein Nachfolger gefunden habe. Eine glückliche Situation, die andere Bürgervereine nicht haben, sagt er und verweist zum Beispiel auf den Uellendahl (die WZ berichtete).

Politisches Engagement
für Hatzfeld soll nicht enden

Dass er nicht komplett aus dem Vorstand abtrete, habe auch damit zu tun, dass in den letzten Jahren einige Dinge angestoßen wurden, deren Realisierung Fleing auf jeden Fall noch erleben will. Als Beispiel nennt er die Hatzfeld-Trasse, die am kommenden Dienstag in einem Vortrag Thema der Mitgliederversammlung sein wird.

Sein politisches Engagement für Hatzfeld will Fleing ebenfalls nicht aufgeben. Seit vielen Jahren sitzt er für die CDU in der Bezirksvertretung Barmen. Ein Problem sei das „Doppelamt“ mit Bürgerverein und BV nicht, im Gegenteil. „Ich bin so näher dran. Als Bürger kann man zwar Druck ausüben, aber es fehlt oft die Durchschlagskraft.“ So sei er Anfang der 2000er Jahre auch in die Politik gekommen. Damals, als die Grundschule auf Hatzfeld geschlossen wurde. „Das hat uns alle hier bis ins Mark getroffen“, erinnert sich Fleing.

Die Schließung konnten die Hatzfelder nicht verhindern. Mittlerweile befindet sich eine Kita auf dem Gelände. Als Erfolge für sein Quartier sieht in den darauf folgenden Jahren aber unter anderem, dass Hatzfeld mit schnellerem Internet versorgt wurde oder die Bebauung des Carnaper Platzes verhindert werden. Dafür hatte sich auch sein Bürgerverein gemeinsam mit den Kollegen vom Rott und Unterbarmen eingesetzt.

Durch das Engagement in der Politik sei die Vernetzung insgesamt immer besser geworden, ist Fleing überzeugt. Dass sei für kleine oder abgelegenere Quartiere auch notwendig. „Die Wupper fließt durchs Tal – und Ideen fließen durch die Wupper“, sagt der 74-Jährige. Hatzfeld hätte früher kaum jemand, auch nicht im Rathaus auf dem Schirm gehabt. Das habe sich geändert.

Persönlich freut er sich darüber, dass die Mitgliederzahl in seinen Amtszeiten deutlich gestiegen sei. Zwar sei sie zuletzt auch wieder etwas stagniert. Von 3900 Bürgern auf Hatzfeld seien mehr als 400 immer noch im Verein. „Hier erreichen wir irgendwie jeden“, ist er stolz. Sei es über das Mitteilungsblatt „Meine Hatzfeld Post“, Bürgerfeste oder die jährlichen Fahrten mit dem Bürgerverein. Die hätten sich längst rumgesprochen. „Und darüber haben wir viele neue Mitglieder gewonnen.“

Bis 2020 sollen auch wieder einige dazukommen. Dann wird nämlich groß gefeiert: der 950. Geburtstag von Hatzfeld.