Test in der Zentralbibliothek: Harry-Potter-Fans beweisen ihre Zaubertauglichkeit

Test in der Zentralbibliothek : Harry-Potter-Fans beweisen ihre Zaubertauglichkeit

Nur wer vorbereitet war, der konnte in der Stadtbibliothek bei „Muggel im Test“ bestehen.

Wer zur Zauberschule Hogwarts will, der muss normalerweise nach London reisen und dort im Bahnhof King’s Cross zur Plattform Neun und Drei-Viertel gehen. Die Betonung liegt auf normalerweise. Denn wer in der Stadtbibliothek genau hinschaut, der findet in diesen Tagen höchst verdächtige Schilder und Hinweise. „Hogwarts“ steht auf einem Pfeil, der nach oben zeigt und kleine, aber auch große Zauberer in der ersten Etage in die Welt des wohl berühmtesten Zauberers der Literatur entführen soll: Harry Potter.

Wer den Test nicht
besteht, der ist ein Troll

Im Bücherschiff haben sich am Dienstagnachmittag schon zahlreiche Magier (oder die es noch werden wollen) eingefunden. „Muggel im Test“ - so heißt die neue Veranstaltung der Stadtbücherei, die sich Silke Schütz und ihr Team, für Muggel ausgedacht haben. Zur Erklärung: Muggel sind Personen, die laut Autorin J.K.Rowling, keine magischen Fähigkeiten haben und nicht in einer magischen Familie geboren sind.

Sieben Disziplinen gilt es zu bestehen: Wahrsagen, alte Runen, Geschichte der Zauberei, Verwandlung, Verteidigung gegen die dunklen Künste, Zauberkunst und Pflege magischer Geschöpfe. Dafür gibt es von Silke Schütz und ihren Kollegen Noten: Von O wie Ohnegleich (bestanden) bis T wie Troll (nicht bestanden.) Doch bisher sieht es bei allen Beteiligten ganz gut aus.

Zauberlehrling Harry Potter ist auch nach mehr als 20 Jahren ein literarisches Phänomen. Deswegen hat sich die Stadtbücherei zu einem Nachmittag entschieden, der ganz im Zeichen des Zauberers steht. „Es ist das Pendant zu unserem Star-Wars-Tag“, verrät Schütz und fügt hinzu: „Wir haben Kinder gefragt, wozu wir einen Themennachmittag machen sollen und die Antwort war bei allen ganz klar: zu Harry Potter.“

Nur Kenner finden die
richtigen Zaubersprüche

Gemeinsam mit Praktikanten und den Auszubildenden der Stadtbücherei hat sie nicht nur das Spiel und die Fragen konzipiert, sondern auch ein großes Holzbild erstellt, das als Fotorahmen für fotografierfreudige Muggels dienen soll. Angelehnt ist es an den Film „Harry Potter und der Gefangene von Azkaban“. Dieser Teil ist auch der Lieblingsfilm von Dominik (8), der sich heute extra in seinen Gryffindor-Mantel geschmissen und seinen Zauberhut (natürlich nicht der sprechende Hut) aufgezogen hat.

Er setzt sich mit dem Unterrichtsfach „Alte Runen“ auseinander und sucht in einem Kreuzworträtsel gerade das Wort Dumbledore. Dass er den Schulleiter von Hogwarts in all den Buchstaben nicht entdeckt, kann für ihn nur eine plausible Erklärung haben. „Das Wort gibt es nicht in diesem Rätsel, da kann was nicht stimmen.“ Na, ob es für ein O reichen wird? Vielleicht schlägt er sich ja bei den Zaubersprüchen noch besser. Sie gilt es, ihren jeweiligen Wirkungen zuzuordnen. Expecto Patronum und Expelliarmus: Was heißen die denn noch gleich? Jetzt keinen Fehler machen, denn die können im Zauberuniversum sogar das Leben kosten. Puh, alles richtig gemacht. Nummer Eins ist ein Schutztier beschwören, Nummer zwei entwaffnet den Gegner.

Sarah (19) hat den Test mit E bestanden: Erwartungen übertroffen. Die ehemalige Mitarbeiterin der Bücherei ist sich sicher: „Ich liebe die Bücher. Harry Potter bleibt immer aktuell und wird nie seinen Reiz verlieren.“

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