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Berühmte Wuppertaler: Harald Leipnitz - Der Draufgänger aus Wuppertal

Berühmte Wuppertaler : Harald Leipnitz - Der Draufgänger aus Wuppertal

In einer Kolumne erinnert die WZ an Wuppertaler Persönlichkeiten wie den Filmstar, Schauspieler und Synchronsprecher Harald Leipnitz.

Wuppertal. Am Scharpenacken erinnern zwei parallel verlaufende Straßen an zwei große Schauspieler, die zum Ensemble der Wuppertaler Bühnen gehörten: Ursula von Reibnitz und Harald Leipnitz. Gemeinsam sind sie nicht im Schauspielhaus aufgetreten, denn für den gebürtigen Wuppertaler Leipnitz stand das Engagement am Anfang seiner Laufbahn, während Ursula von Reibnitz erst im Herbst ihrer Karriere nach Wuppertal kam.

Am 22. April 1926 wurde Leipnitz als Sohn eines Schlossermeisters geboren. Im Krieg wurde er als Flakhelfer eingesetzt und 1945 aus amerikanischer Gefangenschaft entlassen. Über den Künstlerclub „Der Turm“ fand der 19-Jährige zur Laienspielgruppe der Städtischen Bühnen und wurde dort von dem bekannten Schauspieler Hans Caninenberg ausgebildet.

Talent, Charme und gutes Aussehen brachte Harald Leipnitz reichlich mit. Als charmanter Herzensbrecher, als Schlitzohr, zwiespältiger Lebemann oder eiskalter Mörder war er auf der Bühne oder der Leinwand die Idealbesetzung. Als Abiturient hatte er eigentlich Mediziner oder Lehrer werden wollen. „Er war sehr kontaktfreudig, und ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihm. Dass er schon damals ein Mädchenschwarm war, kann ich aber nicht bestätigen“, sagt sein früherer Schulkamerad Enno Springmann.

Zwölf Jahre spielte Leipnitz an den Wuppertaler Bühnen, bevor er nach München wechselte, wo ihm die Tür für Film- und Fernsehproduktionen weit offen stand.

„Ich habe es bedauert, dass er weg gegangen ist, denn er war ein begnadeter Schauspieler, so Enno Springmann. Edgar-Wallace-Filmen, Durbridge-Krimis, Karl-May-Verfilmungen und zwei Episoden der Reihe „Der Kommissar“ drückte er seinen Stempel auf. In einer Serie wie „Kir Royal“ durfte Leipnitz genauso wenig fehlen wie als Gaststar bei „Derrick“. Dass er in einigen seichten Filmchen mitspielte, verziehen ihm seine Fans. Wer ihn in seinen Rollen nicht vor Augen hat, der erinnert sich an seine Stimme. Die lieh er als Synchronsprecher Cary Grant, James Garner, Errol Flynn, Tony Curtis und Alain Delon.

Harald Leipnitz starb 2000 im Alter von 74 Jahren in München.