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Handball-Zweitliga-Damen bleiben ungeschlagen

Handball : Ruthenbeck behält die Nerven

Siebenmetertor mit Abpfiff beschert TVB 28:27-Sieg in Sachsen.

Keine Grenzen kannte der Jubel bei den Handballerinnen des TVB Wuppertal am Samstagabend nach dem letzten Siebenmeter von Ramona Ruthenbeck. Denn die Mittelfrau der Handballgirls erzielte den entscheidenden Treffer zum 28:27 (13:15) beim HC Rödertal erst nach dem Schlusspfiff. Michelle Stefes war es, die vier Sekunden vor dem Ende gefoult worden war und die Entscheidung auf den fälligen Siebenmeter nach der regulären Spielzeit hinausgeschoben hatte.

Mit den Punkten entschädigte sich der weiter ungeschlagene Zweitliga-Dritte aus Wuppertal für die Strapazen eines langen Tages, der mit der 600 Kilometer langen Anreise nach Sachsen bereits morgens um 8 Uhr begonnen hatte. „Es freut mich, dass meine Mannschaft sich in der Crunchtime endlich mal belohnt hat“, sagte Trainer Martin Schwarzwald mit Blick auf die jüngste Partie gegen Kirchhof, als man sich mit einem Remis hatte zufrieden geben müssen.

Dabei war der Chefcoach nicht mit allem zufrieden, was sein Team bei den Ostdeutschen zeigte. „Im Tempospiel waren wir sehr undiszipliniert und haben uns das Leben damit schwer gemacht“, schimpfte Schwarzwald insbesondere über die Anfangsphase. Erst nach dem 2:5 (10.) kamen Melina Fabisch & Co. langsam in die Partie. Die Wende brachte auch die verbesserte Abwehrarbeit zu Beginn der zweiten Hälfte, die durch die guten Paraden von Dana Centini im Tor unterstützt wurde. Nach 37 Minuten gelang Wuppertal endlich der 18:18-Ausgleich durch Melina Fabisch.

Gut, dass Beyeröhde seine 6:0-Deckung nun wieder besser im Griff hatte. Dabei hatte Schwarzwald zu Beginn die 3:2:1-Variante angeordnet, weil die eingeübte 6:0-Defensive den Coach in den vergangenen Wochen nicht zufrieden gestellt hatte. Die erneute Umstellung stellte sich als richtig heraus.

Bei immer wieder wechselnder Führung hofften beide Trainer auf den entscheidenden Vorsprung. Doch so gut der TVB im Angriff auch agierte, so schwer tat er sich gegen die gut stehenden Rödertaler „Bienen“. Dabei konnte sich die Wurfquote durchaus sehen lassen. Ramona Ruthenbeck erlaubte sich für ihre neun Feldtore lediglich vier Fehlversuche, verwandelte alle drei Siebenmeter. Melina Fabisch, fünffach erfolgreich, benötigte dafür sieben Anläufe, und Michelle Stefes hatte bei ihren vier Toren sogar eine 100-Prozent-Quote.

Es ehrte Schwarzwald, dass er den Ausfall von Pia Adams nicht als Begründung für die ein oder andere Schwierigkeit nannte. „Natürlich wissen wir um Pias Qualitäten und haben sie lieber schnellstmöglich wieder auf der Platte. Aber die Mannschaft hat in den letzten Wochen gelernt, sowohl mit Ausfällen als auch mit knappen Spielständen selbstbewusst umzugehen“, sprach Schwarzwald seinen Damen eine gewisse Routine und Erfahrungsqualität aus.

Diese stellten sie gerade in der letzten Minute unter Beweis. Denn 30 Sekunden vor dem Ende war Rödertal noch im Ballbesitz und glaubte mit einer Auszeit den Lucky-Punch setzen zu können. Doch der TVB kam  in Ballbesitz und „Rambo“ Ruthenbeck machte ihrem Namen beim finalen Siebenmeter alle Ehre, als sie unter Protestpfiffen den Siegtreffer erzielte.

TVB: Krückemeier, Centini – Michaelidis (1), Fabisch (5), Ruthenbeck (12/3), Hufschmidt (1), Heldmann (2), Stefes (4), Tomlik, Adeberg, Knippert (1), Havel (2),