Hallenbädern in Vohwinkel und Ronsdorf droht das Aus

Hallenbädern in Vohwinkel und Ronsdorf droht das Aus

Die Fördervereine haben die Defizite absenken können — brauchen aber trotzdem Geld von der Stadt.

Wuppertal. Es sind schicksalhafte Tage, die vor den Mitgliedern der Fördervereine Bandwirkerbad Ronsdorf und Bürgerbad Vohwinkel liegen. In den kommenden Wochen entscheidet sich, ob der Betrieb im nächsten Jahr weitergehen kann — oder auch nicht.

Fakt ist: Mit großem ehrenamtlichen Einsatz haben alle Beteiligten ihre Hallenbäder auf Erfolgskurs gebracht. Allein in Vohwinkel schlossen sich seit März über 2000 Bürger dem Förderverein an, während der großen Ferien tummelten sich teilweise bis zu 300 Badegäste täglich im kühlen Nass.

Fest steht aber auch, dass es trotz steigender Besucherzahlen und Mehreinnahmen durch neue Angebote einen kostendeckenden Betrieb für 2012 nicht geben wird. Dann nämlich müssen die Vereine nicht nur das Personal stellen und die anstehenden Reparaturen bewältigen, sondern sämtliche finanziellen Verpflichtungen in den Bereichen Wasser, Strom und Heizung übernehmen.

Vor allem aufgrund der hohen Energiekosten klafft derzeit eine Deckungslücke von etwa 100 000 Euro in Vohwinkel und 126 000 Euro in Ronsdorf. Ohne dieses Geld droht den Bädern die Schließung. In den kommenden Wochen soll es daher Gespräche mit der Stadt geben und nach Lösungen gesucht werden.

„Es kann nicht sein, dass es daran scheitert“, sagt Jürgen Windgassen, erster Vorsitzender des Fördervereins Bandwirkerbad Ronsdorf. Zwar sei der fehlende Betrag nach seiner Aussage alles andere als eine Kleinigkeit, aber immer noch um ein Vielfaches geringer, als das von der Stadt im Haushaltssicherungskonzept (HSK) errechnete Defizit des Bades für 2012. (Siehe Kasten)

„Wir haben wirklich alles getan und die bisherigen Erfolge bestätigen unsere Arbeit, aber es bleibt nun mal eine Lücke“, so Windgassen.

Ähnlich sehen es auch die Vohwinkeler Bürgerbad Mitstreiter. „Ich hätte nicht gedacht, dass unsere Angebote so gut ankommen“, sagt Fördervereinsvorsitzender Stefan Jukic und verweist etwa auf das Kursprogramm mit Aqua Fitness und Aqua Jogging. Rund 300 Teilnehmer machen hier mit und zahlen entsprechende Kursgebühren — Tendenz stark steigend. „Hier lassen sich ernstzunehmende Einnahmen erzielen“, betont Jukic und plant mit den Mitgliedern als nächstes wichtiges Standbein den Aufbau einer umfangreichen Gastronomie. „Bei der jetzigen Entwicklung wird das Bad langfristig kostendeckend arbeiten“, verspricht der Vorsitzende.

Deshalb erhoffen sich beide Parteien nun von den Gesprächen mit der Verwaltungsspitze Lösungsansätze. „Irgendeinen Weg muss es geben und wenn es die Unterstützung bei der Suche nach Sponsoren ist“, hofft Jürgen Windgassen. Zudem habe die Stadt ein Interesse am Weiterbetrieb der Bäder. Denn auch bei einer Schließung entstehen Kosten, etwa durch Gebäudesicherungsmaßnahmen. Hinzu kommt der Transport der Schulklassen zu anderen Bädern, denn Schulschwimmen ist Pflichtfach.