Hängepartie an der A 46

Hängepartie an der A 46

Bevor im Frühjahr 2013 die Arbeiten am Julius-Lucas-Weg starten können, müssen die Häuser am Steilhang begutachtet und mit Erschütterungs-Messgeräten versehen werden.

Wuppertal. Die kommende Großbaustelle an der A 46 hat es in sich: Während sich der Baustart für den neuen Lärmschutz im Abschnitt Katernberg aller Voraussicht nach in das Frühjahr 2013 verschiebt (die WZ berichtete), zeichnet sich ab, wie komplex die Bauarbeiten werden. Bevor die bis zu 14 Meter hohen Schutzwände auf einer etwa 300 Meter langen Strecke zwischen Katernberg und Varresbeck überhaupt errichtet werden, sind umfangreiche Tiefbauarbeiten zu erledigen, um die Wände bis zu 20 Meter tief im Boden zu verankern. Am besonders kritischen Steilhang über der Autobahn erfordert das ein nicht minder umfangreiches Beweissicherungsverfahren.

Das abschüssige Gelände an der A 46 — es wurde im Frühjahr bereits gerodet und wächst jetzt wieder zu — gilt seit jeher als kritisch: Seit Mitte der 80er Jahre sind Schäden am Steilhang bekannt. 2002 und 2003 wurde die Böschung mit Verankerungen abgesichert, um Erdbewegungen zu verhindern. Das kostete damals 150.000 Euro. Wiederholt hatten Hausbesitzer über Schäden an ihren Gebäuden berichtet. So soll der geplante neue Lärmschutz — in Höhe der Autobahn installiert — dazu beitragen, den Steilhang weiter zu stabilisieren. Geplant ist der Einsatz massiver Bohrpfähle, die in den Untergrund getrieben werden.

Der hoch absorbierende Lärmschutz selbst soll nach oben hin abgeschrägt werden, um zu verhindern, dass der Schall von der Autobahn die Bebauung oberhalb der A 46 trifft. Wie berichtet, scheitert die Errichtung eines von Anwohnern geforderten dritten Lärmschutztunnels nach dem Vorbild Wichlinghausen und Elberfeld an zu hohen Baukosten: Alleine die Errichtung der Lärmschutzwände wird nach aktuellem Stand zwischen 4,5 und fünf Millionen Euro kosten. Da ursprünglich gut drei Millionen Euro veranschlagt waren, hat hier nun das Bundesverkehrsministerium das letzte Wort.

Da es für den Lärmschutz massiv in die Erde geht, steht vor dem Baustart das Beweissicherungsverfahren an, um klären zu können, ob Schäden an den Häusern auf die Bauarbeiten zurückzuführen sind. Anwohner üben unterdessen massive Kritik am erneuten Aufschub: Die Gegebenheiten seien doch seit Jahrzehnten bekannt, hieß es am heutigen Dienstag in einer ersten Stellungnahme.

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