Gymnasium am Kothen bleibt bis 2021 Baustelle

Dauerbaustelle : Gymnasium am Kothen bleibt bis 2021 Baustelle

Nach den Ferien wird am Kothen der Ostflügel saniert. Schüler müssen in Container und in das Berufskolleg ausweichen.

Nahtloser Übergang: Zum Ende der Sommerferien werden im Gymnasium am Kothen nach zweijähriger Bauzeit die Arbeiten im Westflügel und damit der erste Bauabschnitt der Brandschutz- und Innensanierung beendet sein; im neuen Schuljahr geht es dann im zweiten Bauabschnitt mit dem Ostflügel weiter.

Auch wenn es vorrangig die gestiegenen Anforderungen des Brandschutzes waren, die die Maßnahme unumgänglich werden ließen, kommen die Arbeiten doch einer Grundsanierung gleich, heißt es seitens der Stadt Wuppertal. Denn die Gebäude und die damit verbundene Infrastruktur stammen noch aus den 60er Jahren: Heizungs- und Lüftungsanlage, Wasser- und Abwassertechnik, Elektroinstallation, Steuer- und Regelungstechnik sowie Grundleitungen müssen ebenfalls erneuert werden. Auch eine Schadstoffsanierung sowie die Umsetzung von Forderungen der Barrierefreiheit und Inklusion stehen auf der Agenda.

Deshalb wurde die Maßnahme zugleich zum Anlass genommen, das Gebäude neu zu strukturieren und dem pädagogischen Konzept des Gymnasiums anzupassen. Dabei wurden die Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten der Montag-Stiftung Jugend und Gesellschaft zugrundegelegt.

Im Westflügel stärkt demnächst eine kompakte Raumanordnung der Fachklassen die musisch-künstlerische Ausrichtung der Schule. Auch die naturwissenschaftlichen Fachräume – sie waren zuletzt vor mehr als 30 Jahren neu ausgestattet worden – wurden nun dort konzentriert. Der mit 6500 Quadratmeter Brutto-Grundfläche größte der insgesamt drei Bauabschnitte ist damit fast abgeschlossen. Insgesamt umfasst die zu sanierende Fläche mehr als 11 000 Quadratmeter.

18,5 Millionen Euro werden
in das Gebäude investiert

Im Ostflügel entstehen bis zum Sommer nächsten Jahres für die Sekundarstufe I jahrgangsbezogene Bereiche, sogenannte Cluster: In unmittelbarer Umgebung der Klassenräume werden Differenzierungsräume sowie Flächen für Einzel- und Gruppenarbeit auf den Fluren angesiedelt. In der darunterliegenden, vor etwa zehn Jahren errichteten Mensa müssen unter anderem die Brandmeldeanlage und die Sicherheitsbeleuchtung ertüchtigt werden.

Im letzten Bauabschnitt wird dann bis zum September 2021 der Nordflügel auf Vordermann gebracht. Die Sanierung der Außenanlagen folgt der „Wanderung“ der Baustelle: Begonnen wird mit dem Innenhof, dann ist das Areal um den Ostflügel an der Reihe und schließlich der große Schulhof im Norden. Insgesamt werden etwa 18,5 Millionen Euro in die jetzige Sanierung investiert, wovon zwölf Millionen Euro aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ und 3,1 Millionen Euro aus der Bildungspauschale des Landes Nordrhein-Westfalen kommen. Bereits 2010/11 wurden für über 7,5 Millionen Euro die Fassade der Schule energetisch saniert und die Aula erneuert.

Etwa ein Dutzend der zusammen rund 50 Klassen des vierzügigen Gymnasiums ist während der Maßnahme in einer Containeranlage auf dem Schulgelände untergebracht, zirka zehn Klassen wurden in freie Räume des benachbarten Berufskollegs ausgelagert. „Bei 1000 Schülerinnen und Schülern sowie 100 Lehrkräften erfordern Bauarbeiten im laufenden Schulbetrieb einen enormen Aufwand“, betont Thomas Lehn, Produktmanager beim Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal. „Gut, dass die Abstimmung mit dem Kollegium bisher so gut funktioniert hat, etwa für die Zeit der Abiturklausuren und mündlichen Prüfungen.“ Red

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