Gute Geschenke senden Frieden aus

Gute Geschenke senden Frieden aus

Kommentar von Thomas Söding

Für viele Kinder sind sie das Größte: Weihnachtsgeschenke können Herzenswünsche erfüllen. Das richtige Geschenk zu finden, kostet Mühe, macht aber auch Spaß. Doch freudig Dankeschön für ein Geschenk zu sagen, das eigentlich unerwünscht ist, fällt schwer, zu Recht. Und wer den Eindruck haben muss, mit Geschenken abgespeist zu werden, kann gut und gerne auf sie verzichten. Ob man es gut oder schlecht findet: Weihnachten ist bei uns das Fest der Geschenke. Wo das Geld dafür fehlt, herrscht blanke Not. Viele wissen zwar gar nicht mehr, was der ganze Aufwand soll. Aber man muss schon ziemlich hartgesotten sein, um darauf zu spekulieren, dass "nach dem Fest" die Preise purzeln. Und man muss aufpassen, dass die ganze Schenkerei die Weihnachtszeit nicht hektisch und öde macht. Dennoch sind Weihnachtsgeschenke ein gutes Zeichen. Denn Weihnachten wird gefeiert, weil es ein ganz großes Geschenk gibt, das Gott den Menschen macht. Über dieses Geschenk dürfen sie sich wahrhaft freuen. So erzählt es jedenfalls die Bibel: "Heute ist euch der Heiland geboren", hören die Hirten auf dem Feld von Bethlehem. Heute steht das Hirtenfeld allerdings im Zeichen tiefer Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern. Wie gut, dass es wenigstens die Weihnachtsbotschaft gibt. Sie ist ganz klar: Die Krieger auf Erden können sich nicht auf Gott berufen, gerade die Religionskrieger nicht. Im Himmel herrscht Frieden, und dieser Friede soll sich auf der Erde ausbreiten. Alle Menschen guten Willens sind dazu eingeladen, alle können dazu beitragen. Gute Weihnachtsgeschenke senden Friedensbotschaften aus: "Ich mag dich", "ich liebe dich", "du bist ein Schatz", "ich freue mich, wenn du dich freust". In diesen kleinen Geschenken kann sich das große Geschenk zeigen, das Gott den Menschen macht. Ein Kind wird geboren, und dieses Kind in der Krippe ist die große Verheißung, dass Gott bei den Menschen ist und dass am Ende alles gut wird. "Er war reich. Aber er ist arm geworden. Denn wir Menschen sind arm. Doch Gott macht uns reich" - mit diesen Worten kann der Apostel Paulus die Weihnachtsbotschaft ausdrücken. Wer sich so beschenken lassen kann, wird auch die richtigen Weihnachtsgeschenke haben.<p>

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