„Gut für Wuppertal“: Drogenberatung sammelt Spenden für Kulturwerkstatt.

Suchthilfe : Mit Kunst der Sucht entkommen

„Gut für Wuppertal“: Drogenberatung sammelt Spenden für Kulturwerkstatt.

Haben Drogen das Leben eines Menschen im Griff, bleibt oft wenig Raum für anderes. „Menschen mit Suchtproblemen sind oft isoliert und haben einen Mangel an Selbstwert, Anerkennung und Selbstvertrauen“, sagt Ina Rath, Sozialarbeiterin und fachliche Leiterin in der Beratungsstelle für Drogenprobleme Wuppertal.

Über die Kunst hat die Drogenberatungsstelle jetzt vor, Menschen mit Suchtproblemen ein Stück aus ihrer Isolation zu holen und die Mängel auszugleichen.

Zurzeit werden Spenden für eine Kulturwerkstatt in der Drogenberatungsstelle auf der „Gut für Wuppertal“-Plattform gesammelt. „Die Kulturwerkstatt will viele unterschiedliche Ausdrucksmöglichkeiten anbieten, so dass alle Beteiligten ihr Medium finden“, sagt Ina Rath. Zu diesen Ausdrucksmöglichkeiten können beispielsweise Theater, Fotografie, Malerei oder Lyrik gehören. „Die Kulturwerkstatt kann natürlich keine suchttherapeutische Behandlung ersetzen“, sagt Rath. „Sie kann aber über die Freude am schöpferischen Tun und dem damit einhergehenden Gefühl der Selbstwirksamkeit eine Facette in dem Prozess aus der Sucht heraus sein.“

Geplant ist die Kulturwerkstatt in der Drogenberatungsstelle an der Zollstraße in Wuppertal. Platz für 14 Teilnehmer soll die Werkstatt den Wünschen der Verantwortlichen nach bieten. Kosten soll die Werkstatt 5500 Euro.

Dass solch ein Kunstprojekt mit suchtmittelabhängigen Menschen funktionieren kann, hat sich bereits bei dem Foto-Projekt „Über mich – meine Entscheidung“ gezeigt. Am Anfang dieses Projekts stand die Möglichkeit, die Ausstellungsräume der Stadtsparkasse für eine Fotoausstellung nutzen zu können. Mehrere Klienten der Beratungsstelle hatten sich daran beteiligt. Auch Andrea und Leon, deren Foto-Kunstwerke auf den Bildern zu sehen sind. Und so wie sie mussten sich alle Teilnehmer vor der Gruppe präsentieren.

Bewusst mussten sich die Teilnehmer dabei der Kritik der anderen stellen. „Diese Aufgabe stellte eine Herausforderung dar, die Mut und Selbstvertrauen erforderte, aber auch stärkte“, sagt Ina Rath von der Beratungsstelle.

Als der Tag der Ausstellung im März 2017 in der Sparkasse dann kam, seien positive Erfahrungen wie Glück oder Zufriedenheit bei den Teilnehmern laut Rath deutlich spürbar gewesen. Ebenso wie die Wertschätzung und Akzeptanz durch Betrachter und Besucher. „Die Fixierung auf das Suchtmittel konnte so unterbrochen und eine Alternative erfahrbar werden“, sagt die Sozialarbeiterin.

Diese positiven Erfahrungen, auch für die Drogenberatungsstelle, seien dann letztlich die Gründe gewesen, „weiter zu machen“ und die Erfahrungen in einem neuen Projekt zu nutzen. Dieses Projekt soll die Kulturwerkstatt sein. Gespendet werden kann online auf der Internetplattform gut-fuer-wuppertal.de.

Mehr von Westdeutsche Zeitung